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Trotz Corona-Lockerungen: In Frankfurt bleibt in manchen Geschäften die Maskenpflicht

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Am Samstag fällt auch auf der Zeil die Maskenpflicht. Es sei denn, die Einzelhändler halten daran fest.
Am Samstag fällt auch auf der Zeil die Maskenpflicht. Es sei denn, die Einzelhändler halten daran fest. © Monika Müller

Einige Frankfurter Geschäfte halten auch zukünftig an der Maskenpflicht fest. Nicht alle haben sich schon auf Regelungen festgelegt.

Frankfurt – Auf den Türen des H&M auf der Zeil ist der Hinweis, eine Maske zu tragen, so selbstverständlich gedruckt wie die Öffnungszeiten. Kein flatternder Zettel oder handgeschriebenes Plakat, sondern Buchstaben, die unverrückbar daran erinnern, dass die Corona-Pandemie bereits seit mehr als zwei Jahren wütet. Die Schutzregeln zum Masketragen sind längst im professionellen Design der großen Geschäftsketten angekommen und trotzten bisher Wind, Wetter und jeder neuen Schutzverordnung.

Das wird sich nun allerdings ändern, und die sorgfältig aufgeklebten Buchstaben werden von Hunderten H&Ms und C&As gekratzt werden. Am 2. April nämlich passiert es: Im Einzelhandel fällt die Maskenpflicht.

Maskenpflicht in Frankfurt: Friseursalon will zunächst abwarten

Das gilt nicht nur für Kleidungsgeschäfte, auch Diana Axt, Chefin des Friseurs Hair & Flair ist davon betroffen. „Es ist komisch, nicht wahr?“, fragt sie, während eine Mitarbeiterin rote Farbe auf ihre Haare pinselt. Heute bedient Axt keine Kund:innen, sondern hat selbst auf dem Stuhl Platz genommen. „Aber wir wollen nichts überstürzen und belassen es erst mal bei den Masken im Laden“, erzählt sie.

Der Friseursalon ist klein, die Stühle stehen kuschelig dicht beieinander. „Vorerst werden wir auf weitere Vorgaben des Friseurverbands warten“, erläutert Axt. Der Sticker an der Tür, der eine Maske zeigt, darf also bleiben.

Weiter Angst vor Corona-Infektion in Frankfurt: Masken sollen im Laden bleiben

So sieht das auch Mimi. Sie ist Mitarbeiterin bei Alsbach, einem Laden für Gewürze, Tee und Feinkost in der Töngesgasse. „Wir sind nicht glücklich über die neue Regelung“, moniert sie. „In Anbetracht der Zahlen werden wir weiterhin Masken tragen und auch die Kundinnen und Kunden dazu auffordern.“ Ein entsprechendes Schild werde an der Tür hängen, und sie wolle Kund:innen auch gezielt ansprechen, wenn sie den Laden ohne Maske betreten.

Die Luft riecht nach Kräutern der Teesorten und Schärfe der Gewürze. Auch mit Maske kommt die Nase auf ihre Kosten. Mimi bewegt der olfaktorische Genuss allerdings weniger. Vielmehr sorgt sie sich um die Folgen einer Infektion. „Ich bin die Vollzeitkraft. Wenn ich krank werde, sieht es schlecht aus“, betont sie.

Zwei Läden und zwei Menschen, die sich nicht wohlfühlen mit dem, was sich die Bundesregierung überlegt hat. Sie werden von ihrem Recht Gebrauch machen, selbst zu entscheiden, was in ihrem Geschäft gilt. Auch wenn ihre Hinweise zum Maskentragen auf Papier gedruckt sind, werden sie wohl länger hängen als die Drucke auf den Türen der großen Ketten.

Beim Einkauf wird das Maskentragen freiwillig. Müller
Beim Einkauf wird das Maskentragen freiwillig. Müller © Monika Müller

Maskenpflicht: Reaktionen der Besucher in der Stadtbücherei in Frankfurt noch nicht absehbar

In der Zentralbibliothek der Stadtbücherei weiß man tatsächlich noch nicht, wie es weitergehen wird. „Momentan prüfen wir noch die Verordnung und schauen, wozu wir als Bibliotheken der Stadt gehören“, sagt Birgit Lotz, die Leiterin der Zentralbibliothek. „Wir warten auf Hinweise der Stadt und wissen nur, dass es am Samstag eine Änderung geben wird.“ Noch zwei Tage also, an denen die Bücherwürmer ihre Masken beim Schmökern tragen müssen.

Wie die Besucher:innen reagieren werden, könne sie nicht vorhersehen. „Wir haben eine sehr heterogene Leserschaft, einige finden es gut mit Maske, andere nicht.“ Aktuell muss vor dem Betreten des Gebäudes der 3G-Nachweis gezeigt werden. Es erscheint kaum vorstellbar, dass dies, inklusive Masken, noch in dieser Woche passé sein sollen. „Es bleibt spannend“, resümiert Lutz.

Maskenpflicht fällt in Bekleidungsgeschäft weg: „Der Laden ist riesig“

Anja Camus dagegen freut sich auf den Tag. „Mir wird es die Arbeit erleichtern“, sagt sie. Camus arbeitet im Kleidungsgeschäft Kleidoskop und hat am Mittag noch keine Anweisungen ihrer Chefs erhalten, wie es weitergehen wird. „Hier im Laden wünsche ich mir, dass die Maske wegfällt. Wenn ich Kund:innen bediene, fällt mir mit Maske das Atmen schwerer.“ Sorge habe sie keine. Sie sei erst am Montag nach einer Coronainfektion an die Arbeit zurückgekehrt und fühle sich mit der Boosterimpfung und dem Genesenenstatus sicher. „Ich gehe auch davon aus, dass die Kundschaft bei uns geboostert ist. Außerdem ist der Laden riesig, da kann man Abstand halten.“

Später am Tag erzählt sie, ihre Chefs hätten sich für das Ende der Masken entschieden. „Ich finde das super.“ Auch für die Menschen, die Kleidungsstücke anprobierten, sei es gut. Camus lacht: „Mal ganz ehrlich, mit Maske sieht alles irgendwie beknackt aus.“

Buchhandlung in Frankfurt nimmt finanzielle Einbußen in Kauf

Fragt man Alexander Sahm, den Geschäftsführer der Buchhandlung Walther König an den Kleinmarkthallen, nach dem Ende der Maskenpflicht, runzelt er die Stirn. „Ich glaube, dass es Ärger geben wird“, sagt er. „Wir werden die Maskenpflicht weiter aufrechterhalten, und das finden nicht alle Leute super.“

Vorige Woche habe er bereits zwei Kunden hinauskomplimentieren müssen, berichtet Sahm, sie hätten wohl nicht mitbekommen, dass die Regeln verlängert worden waren. „Ich habe keine Lust auf Diskussionen, aber es muss sein.“ Seine Mitarbeiterin ergänzt, es herrsche absolute Einigkeit darüber, weiter Maske zu tragen. Dafür nimmt die Buchhandlung auch finanzielle Einbußen in Kauf. „Es läuft sowieso nicht gut. Bei all den Krisen gerade ist das nicht verwunderlich“, sagt Sahm.

Bereits wenige Gespräche zeigen, dass im Einzelhandel viele dem 2. April skeptisch bis kritisch entgegensehen. Eigene Regeln durchzusetzen, ist ihre Möglichkeit, autark zu bleiben – und viele werden sie nutzen. (red)

Auch im Einzelhandel von Frankfurt steht die Erhaltung der Maskenpflicht zur Diskussion.

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