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Studenten protestieren gegen Meuthen-Auftritt in Frankfurt.

Frankfurt

Audimax-Besetzern in Frankfurt drohen keine Konsequenzen

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Die Fachhochschule  Frankfurt zieht ihren Strafantrag gegen die Protestierer zurück, die die Teilnahme des AfD-Politikers Jörg Meuthen an einer Podiumsdiskussion verhindern wollten.

Die Frankfurt University of Applied Science (UAS) zieht ihren Strafantrag gegen die Aktivisten zurück, die am vergangenen Freitag das Audimax kurzzeitig besetzt hatten. Man stehe dazu, „dass es junge Menschen braucht, die politisch aktiv sind und klar Stellung beziehen“, teilte die UAS der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit. Da zudem keine größeren Sachschäden im Audimax entstanden seien, ziehe man den Antrag zurück.

Am Freitagmorgen hatten 16 junge Menschen, unter ihnen Studierende der UAS, das Audimax der Fachhochschule für besetzt erklärt und gefordert, den AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen von einer Podiumsdebatte zur Europawahl auszuladen. Nachdem die Besetzer sich geweigert hatten, das Gebäude freiwillig zu verlassen, hatte die Hochschule das Audimax von der Polizei räumen lassen. Der Strafantrag sei nötig gewesen, „um im Saal mit dem Aufbau für die Abendveranstaltung beginnen zu können“, teilte die UAS mit. Um den Polizeieinsatz nicht zu behindern, sei es außerdem erforderlich gewesen, wartende Journalisten am Betreten des Audimax zu hindern.

Die Diskussion mit Politikern aller im Bundestag vertretenen Parteien, die letztlich ungehindert über die Bühne gegangen war, halte man im Rückblick für gelungen, hieß es. Es sei jedoch bedauerlich, dass sich die Debatte so stark auf die Person Meuthens konzentriert habe. Die Debatte um die Veranstaltung habe die Hochschulleitung „nicht unberührt gelassen“, sagte UAS-Präsident Frank Dievernich. Er halte die Diskussion in der geplanten Form aber weiter für richtig. Hochschulen müssten Orte kontroverser Diskurse sein, „auch und gerade wenn sie schmerzhaft sind“.

Ein Vertreter der Besetzer sagte der FR, es sei das Mindeste, dass die UAS ihren Strafantrag zurückziehe. Man hoffe, dass Parteien, die Rassismus propagierten, in Zukunft kein Podium mehr an der UAS geboten werde. Das sei schon deshalb wichtig, weil „an der Hochschule viele Studierenden selbst Migranten sind“.

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