Der Paradieshof steht seit Jahren leer. Foto: Rolf Oeser
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Der Paradieshof steht seit Jahren leer. Foto: Rolf Oeser

Sachsenhausen

Keine Designschule im Paradieshof

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Aus einer European Schoof of Design im Paradieshof wird wohl nichts. CDU und SPD wollen die Reißleine ziehen und die Nutzung der Immobilie nach jahrelangen Gesprächen neu ausschreiben.

Die Pläne, den seit Jahren leerstehenden Paradieshof in Sachsenhausen mit der Ansiedlung der European School of Design wieder zu beleben, sind so gut wie gescheitert. Vier Jahre nachdem sich der private Anbieter bei einer Konzeptvergabe durchgesetzt hatte, warb Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) am Montagabend im städtischen Planungsausschuss dafür, die Nutzung der Immobilie neu auszuschreiben. Dabei gelte es Interessenten zu finden, die den Paradieshof für eine kostengünstige Erbpacht, aber ohne Zuschuss der Stadt, nutzen wollen, machte der Stadtrat klar.

Die Designschule habe dagegen gefordert, dass die Stadt die Kosten für die Sanierung der Liegenschaft in Höhe von 3,5 Millionen Euro übernimmt. Doch dann stecke die Stadt mehr Geld in die Immobilie, als sie über die Erbpacht einnehme, sagte Schneider. Dabei handele es sich bei der European School of Design um eine Berufsausbildungsstätte, ein Unternehmen.

Auch die SPD warb für einen Neuanfang. Die European School of Design habe viel zu lange versucht, die Rahmenbedingungen noch zu verändern, sagte Fraktionschefin Ursula Busch. Nun gelte es, neu auszuschreiben.

Die Grünen im Römer hatten dagegen mittags in einer Pressemitteilung die Stadt aufgefordert, den Vertrag mit der European School of Design „unter Dach und Fach“ zu bringen und hatten den Verantwortlichen von CDU und SPD vorgeworfen, eine „Verhinderungspolitik“ zu betreiben. So habe etwa das Planungsdezernat 3,5 Millionen Euro zur Instandsetzung des Gebäudes inzwischen größtenteils für andere Zwecke genutzt.

Schneider verwahrte sich gegen diese Kritik. Keiner der Beteiligten habe das Projekt torpediert, sagte er. Dass der Paradieshof noch leer stehe, sei nicht Versäumnis der Stadtverwaltung, sondern des Verhandlungspartners. Gregor Amann (SPD) sagte, die Designschule habe zunächst den Eindruck erweckt, sie brauche keine Fördergelder.

Die Initiative „Project Shelter“, die in den Ausschuss gekommen war, um für die übergangsweise Nutzung des Paradieshofs als selbstverwaltetes migrantisches Zentrum zu werben, fand bis auf die Linke keine echte Unterstützung. Die Grünen etwa zeigten Verständnis für das Ansinnen, wiesen schon am Mittag auf den miserablen baulichen Zustand der Immobilie hin. Albrecht Kochsiek (CDU) lehnte das Ansinnen auch inhaltlich ab. Wenn die Stadt das Gebäude zur Verfügung stelle, werde sie das nur für Flüchtlinge im Asylrechtsverfahren tun, hieß es. SPD-Fraktionschefin Busch sagte, auch Project Shelter habe die Möglichkeit, sich bei der neuen Konzeptvergabe zu bewerben.

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