Verkehr in Frankfurt

Autofreies Bahnhofsviertel in Frankfurt? Dezernat hat deutliche Antwort

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Attraktive Aufenthaltsflächen statt parkender Autos im Bahnhofsviertel in Frankfurt - das sieht ein Antrag der „Fraktion“ vor. Anderthalb Jahre hat das Verkehrsdezernat gebraucht, um darüber zu entscheiden.

Unweit vom Hauptbahnhof Frankfurt erstreckt sich das Bahnhofsviertel. „Die Fraktion“ stellte 2019 einen Antrag, das Bahnhofsviertel autofrei zu machen.
  • „Die Fraktion“ will das Bahnhofviertel in Frankfurt autofrei machen.
  • Etwa eineinhalb Jahre antwortete das Verkehrsdezernat nicht auf einen entsprechenden Antrag.
  • Jetzt gibt es eine deutliche Antwort des Dezernats.

Frankfurt - Im Februar knallten im Verkehrsausschuss noch die Champagnerkorken. Damit feierte „Die Fraktion“ ein Jubiläum - ein Jahr lang hatte das Verkehrsdezernat nicht über den „Fraktions“-Antrag für ein verkehrsberuhigtes Bahnhofsviertel in Frankfurt entschieden.

Nun, wieder ein halbes Jahr später, kommt die Antwort aus dem Dezernat von Klaus Oesterling (SPD). Nein, ein verkehrsberuhigtes Bahnhofsviertel werde es in Frankfurt nicht geben.

Frankfurt: „Die Fraktion“ will keine Autos im Bahnhofsviertel

Dabei zeigen Beispiele aus Madrid, Brüssel, Kopenhagen: Die Lebensqualität steigt, Lärm und Abgase nehmen ab, die lokale Gastronomie und der Einzelhandel prosperieren, wenn für Bürgerinnen und Bürger attraktive Aufenthaltsflächen geschaffen werden statt Parkplätze für Autos. Auf der Frankfurter Zeil, die autofrei ist, ist auch nicht gerade wenig los.

Das Verkehrsdezernat indes argumentiert wie folgt: Auf der Münchener Straße in Frankfurt fahren Straßenbahnen. Es ist eine der meistbefahrenen Strecken überhaupt. Wäre die Kaiserstraße verkehrsberuhigt, würden mehr Autos auf die Münchener Straße fahren und dort parken. Das behindere die Straßenbahnen. Auch eine Fahrradstraße oder ein verkehrsberuhigter Bereich oder ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich in der Münchener Straße in Frankfurt würden die Straßenbahnen behindern.

Frankfurt: Nico Wehnemann hält Argumente für vorgeschoben

Nur in der Kaiserstraße sieht das Verkehrsdezernat Potenzial für einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, wie es ihn auf der Kaiser- und Friedensstraße in Frankfurt gibt - mit Tempo 30 und Parkplätzen für Zulieferer.

Nico Wehnemann (Die Partei) hält die Argumente für vorgeschoben. „Die SPD hat damit eine riesige Chance vertan, das Bahnhofsviertel vom Verkehr zu befreien und die Kaiserstraße zu einem echten ‚Tor zu Frankfurt‘ zu machen“, sagte er. Wenn Kaiserstraße und Münchener Straße verkehrsberuhigt würden und nur noch Anwohner und Gewerbetreibende hineinfahren und parken dürften, gäbe es weniger Verkehr. Die Straßenbahnen wären weniger von in zweiter Reihe parkender Autos betroffen. Auch die Polizei könnte in einem verkehrsberuhigten Bahnhofsviertel weiter mit Streifenwagen kontrollieren - schließlich führen Einsatzwagen auch über die Zeil.

Frankfurt: Stadtverordnete entscheiden über autofreies Bahnhofsviertel

Ein Fahrradparkhaus am Kaisersack in Frankfurt will das Verkehrsdezernat auch nicht errichten. Der genannte Grund: Die B-Ebene mit den Versorgungsleitungen liege nur knapp 50 Zentimeter unter dem Asphalt. Außerdem dürfe ein Fahrradparkhaus nicht die Sicht auf den denkmalgeschützten Frankfurter Hauptbahnhof verstellen.

Derzeit berät der Ortsbeirat über den Magistratsbericht, dann entscheiden die Stadtverordneten darüber, ob das Bahnhofsviertel in Frankfurt verkehrsberuhigt wird oder ob dort weiterhin regulär Autos fahren dürfen. Der Ortsbeirat wolle sich dafür einsetzen, dass mehr Straßen in Frankfurt verkehrsberuhigt werden“, sagte Vorsteher Oliver Strank (SPD) im März. (Von Florian Leclerc)

Rubriklistenbild: © dpa/Andreas Arnold

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