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Kein Rückbau der Autobahn 66 zwischen Frankfurt und Hanau

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Von: Florian Leclerc

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Am 17. September war die A66 bei Frankfurt wegen einer Abseilaktion autofrei (Archivfoto). Monika Müller
Am 17. September war die A66 bei Frankfurt wegen einer Abseilaktion autofrei (Archivfoto). Monika Müller © Monika Müller

Der Magistrat in Frankfurt setzt sich kritisch mit einem Strategiepapier zur Verkehrswende des Bündnisses Verkehrswende Frankfurt auseinander.

Das Bündnis Verkehrswende hatte im Mai ein Strategiepapier zur Verkehrswende vorgestellt. „Alternativen zur Autobahnplanung im Frankfurter Osten“ heißt das 32 Seiten starke Konzept, das Alternativvorschläge zum Ausbau der A66 in Frankfurt macht.

Die A66 soll auf 2,2 Kilometern zwischen Autobahndreieck Erlenbruch und Anschlussstelle Borsigallee ausgebaut werden. Auf Antrag der Linken im Römer hat sich der Magistrat mit dem Strategiepapier auseinandergesetzt.

Kein beschleunigter Ausbau der nordmainischen S-Bahn

Eine Zusage zum beschleunigten Ausbau der nordmainischen S-Bahn, einer Weiterführung der U-Bahn-Linie U 4 nach Maintal-Bischofsheim oder einem 365-Euro-Ticket in Hessen, wie das Bündnis Verkehrswende fordert, will der Magistrat nicht machen. Gleichwohl sei es sinnvoll, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen und dabei auf die Projekte im Gesamtverkehrsplan zu setzen, hält der Magistrat fest.

Den geforderten Rückbau der A66 von Frankfurt nach Hanau zu einer Bundesstraße sieht der Magistrat in Widerspruch mit geltendem Planungsrecht für den Ausbau der A66. Den Bau einer Verbindungsstraße von der A66 zur Hanauer Landstraße lehnt der Magistrat ab, weil das den Wilhelmsbader Weg zu stark belaste.

Die Straße am Erlenbruch für den Schwerverkehr zu sperren, wie es das Bündnis fordert, geht laut Magistrat nicht: Die Straße sei auch künftig für Schwerverkehr wichtig. Die Wächtersbacher Straße können den Schwerverkehr nicht alleine aufnehmen.

Riederwald könnte autoarm werden

Die Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße unter der Bahnstrecke hindurch bis zur Orber Straße sei bereits Bestandteil der Planfeststellung zur nordmanischen S-Bahn. Der Umbau der Straße Am Erlenbruch sei wiederum Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses zum Autobahnausbau, heißt es.

Einer Umwandlung des Riederwalds in einen autoarmen Stadtteil steht der Magistrat aufgeschlossen gegenüber. „Der Riederwald hat Potenzial für eine autoarme Befriedigung der lokalen Mobilitätsbedürfnisse“, heißt es. Eine Pförtnerampel im Osten der Wilhelmshöher Straße, wie das Bündnis vorschlägt, will der Magistrat ebenfalls nicht ausschließen.

Dem Bau eines Radschnellwegs nördlich des Mains aus dem Umland nach Frankfurt steht nach Ansicht des Magistrats die Führung durch den Ostpark entgegen. Hier gebe es „naturschutzrechtliche Bedenken“.

Mehr Fahrradabstellmöglichkeiten

Den Ausbau von sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten will der Magistrat weiterverfolgen, aber nicht zwingend mit Fahrradparkhäusern, wie vom Bündnis vorgeschlagen. Grundsätzlich sieht sich der Magistrat beim Ausbau der A66 an geltendes Recht gebunden. „Der Magistrat muss bei der Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses mitwirken.“ Gleichwohl bedeute die Verkehrsprognose 2030, die dem Planfeststellungsbeschluss zugrunde liege, ein „weiter so“ in der Verkehrspolitik“. „Umso mehr fühlt sich der Magistrat bestärkt, den Weg einer Mobilitätswende für Frankfurt am Main in seinem Zuständigkeitsbereich weiter zu beschreiten.“

Für den Ausbau der A661 hat die Firma Deges im Auftrag der Autobahn-GmbH eine Verkehrsuntersuchung erstellt. Sie liegt der Autobahn-GmbH zur Bewertung vor. Eine Entwurfsplanung und Kostenschätzung zur Einhausung der A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße erarbeitet ebenfalls die Deges. Sie soll im Frühjahr 2024 vorgestellt werden.

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