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Piloten von Drohnen haben es nicht leicht in Frankfurt.

Flughafen

Kein Platz für Drohnen in Frankfurt

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Während die Polizei wegen der Drohnensichtungen am Flughafen ermittelt, stellt das Umweltamt klar, wo die Flugobjekte überall nicht fliegen dürfen.

Nach den Drohnensichtungen am Frankfurter Flughafen fahndet die Polizei weiter nach den Piloten der Fluggeräte. Die Polizeidirektion am Flughafen hat ein Verfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr eingeleitet.

Gleich zwei Drohnensichtungen hatten den Betrieb an Deutschlands größtem Flughafen am Montag zeitweise lahmgelegt. Zwischen 11.30 und 13 Uhr und von 15.10 bis 16.10 Uhr konnten keine Maschinen starten oder landen. Die Auswirkungen auf den Flugverkehr waren enorm. 57 Flüge musste umgeleitet, 72 annulliert werden. Betroffen waren knapp 10 000 Passagiere.

Die Gefahr durch Drohnen ist am Flughafen am größten, doch längst nicht nur rund um die Start- und Landebahnen lassen Piloten die kleinen Flugobjekte immer wieder verbotenerweise aufsteigen. Regelmäßig beschwerten sich Bürgerinnen und Bürger, dass über Parks und anderen Teilen des Grüngürtels plötzlich Drohnen fliegen, berichtet Martin Müller, Sprecher des Umweltamts, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Verein als Alternative

Vor einiger Zeit hat die Behörde einen Flyer veröffentlicht, um darüber aufzuklären, wo Drohnen im Stadtgebiet fliegen dürfen. Die kleine Broschüre erfreut sich großer Beliebtheit. Wobei sich ihr Inhalt leicht zusammenfassen lässt: Fast nirgendwo sind Drohnenflüge erlaubt.

Über städtischen Grünflächen sind sie etwa ohne Ausnahme verboten. Auch über der Innenstadt und dicht besiedelten Stadtteilen sind private Drohnenflüge untersagt. Zu Kliniken, Bahngleisen und -höfen, Autobahnen, Gefängnissen und Konsulaten müssen die Fluggeräte einen Abstand von 100 Metern einhalten, zum Flughafen sogar von anderthalb Kilometern. Womöglich ließen sich Starts und Landungen auf ein paar Ackerflächen im Norden der Stadt mit diesen Regeln vereinbaren, wobei auch da die A5 in der Nähe ist. So bleibt den meisten Piloten nur die Mitgliedschaft in einem Modellflugverein. Über deren Gelände können Drohnen legal fliegen. Immerhin gibt es rund 20 Klubs im Rhein-Main-Gebiet.

Alle diese Regeln müssen allerdings demnächst überarbeitet oder zumindest neu veröffentlicht werden. Grund ist eine EU-Richtlinie, die im Sommer in Kraft tritt. Danach gelten Drohnen, die weniger als 250 Gramm wiegen, als Spielzeug und nicht mehr als Fluggerät. Folglich fielen sie nicht mehr unter Luftverkehrsgesetz und Luftverkehrsverordnung. Der Gesetzgeber kann diese Lücke schließen, so dass die bestehenden Regeln auch für kleinere Drohnen gelten. Tut er es nicht rechtzeitig, könnte zeitweise ein rechtsfreier Raum entstehen.

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