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Die Städtischen Bühnen aus der Vogelperspektive.

Kulturausschuss

Kein Hochhaus für Städtische Bühnen Frankfurt

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Im Falle einer Sanierung am Willy-Brandt-Platz sollen die Werkstätten ausgelagert werden.

Seit September prüft Michael Guntersdorf, Leiter der Stabstelle Zukunft der Städtischen Bühnen, wie es mit dem sanierungsbedürftigen Gebäude von Schauspiel und Oper weitergehen kann. Im Kulturausschuss am Donnerstagabend gab er einen Werkstattbericht.

Ob die Sanierung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz möglich ist, soll bis September geklärt sein, sagte er. Bis Jahresende werde dann die Entscheidungsgrundlage für die Stadtverordneten erarbeitet. Im Abschlussbericht würden die Kosten einer Sanierung und die eines Neubaus miteinander verglichen.

Einem Hochhaus für Probebühne und Gästewohnungen als Teil der Bühnen, wie sie die Machbarkeitsstudie vor zwei Jahren vorgeschlagen hatte, erteilte er eine Absage. „Das wird nicht weiter verfolgt.“ Stattdessen soll die Kubatur, also das Gebäudevolumen, bei einer Sanierung beibehalten werden. Für Werkstätten und den Waffenmeister würden zwei dauerhafte Stätten zur Auslagerung gesucht. Sechs Standorte würden derzeit geprüft. Erleichtert zeigte sich Guntersdorf über die Entscheidung des Feuerwehr, bei der Sanierung nicht den Bestandsschutz im gesamten Gebäude aufheben zu wollen, sondern nur für den Einzelfall. „Wenn wir im Ostteil sanieren, behält der Westteil den Brandschutz“, sagte er. Mit Priorität sollen sicherheitsrelevante, abgenutzte und die Energieversorgung betreffende Bauteile ersetzt werden. Ein Ziel der Sanierung sei, den Bestandsschutz weitgehend zu wahren und die Kosten niedrig zu halten. Durch einen Umbau könne das Foyer umgestaltet werden. „Es wäre sinnvoll, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben“, sagte er.

„Wir wünschen uns ein offeneres Gebäude“, sagte Renate Wolter-Brandecker, die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Römer. Auslagerung, Verzicht auf das Hochhaus und Verbleib am Willy-Brandt-Platz bei einer Sanierung begrüßte sie. „Die Frage nach einen Neubau bleibt Teil des politischen Prozesses“, sagte Sebastian Popp, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer. Das Raumprogramm der Bühnen sollte sich konzeptuell an anderen europäischen Theatern wie jenem in Kopenhagen orientieren. „Es ist nötig, diese Diskussion zu führen“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Die SPD-Stadtverordnete Esther Gebhardt warb wiederum dafür, „schonungsvoll mit Steuerzahlermitteln“ umzugehen.

Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, betonte die Wichtigkeit, frühzeitig Verhandlungen mit dem Land Hessen über eine Ko-Finanzierung aufzunehmen. Für die Opposition warb die Linke darum, den Abschlussbericht der Stabstelle im September zu bekommen.

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