1. Startseite
  2. Frankfurt

Kein Halt am Neuen Jüdischen Friedhof in Frankfurt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

2016 wurde die Haltestelle Neuer Jüdischer Friedhof in Frankfurt außer Betrieb genommen - mit der Ankündigung, sie demnächst umzubauen. Darauf warten die Menschen bis heute.

Das Verkehrsdezernat und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) haben ihre Ankündigung, wieder Züge am Neuen Jüdischen Friedhof halten zu lassen, noch nicht erfüllt. Die VGF hatte die Station im Herbst 2016 außer Betrieb genommen, nachdem die Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße erneuert worden waren.

Zur Begründung hieß es damals, die U-Bahnen der Linie U5 könnten nicht mehr am Neuen Jüdischen Friedhof halten, denn die Haltestelle habe keine 80 Zentimeter hohen Bahnsteige. Für die neuen Wagen seien die Bahnsteige zu niedrig. „Die Station Neuer Jüdischer Friedhof wird voraussichtlich 2018 umgebaut“, hieß es damals.

In dieser Zeit wandte sich Renata Berlin mit einer Petition an die Stadt. 1000 Frankfurterinnen und Frankfurter, aber auch ausländische Bürgerinnen und Bürger unterschrieben. 2018 wurde die Petition an den damaligen Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) übergeben. Der sagte zu, ein Umbau der U-Bahn-Station könne „voraussichtlich 2021“ beginnen.

Auch jetzt sind das Verkehrsdezernat und die VGF nicht in der Lage, sich zu einem Umbau der Station zu äußern. Eine Anfrage der Frankfurter Rundschau wurde aufgrund von unabgeschlossener interner Kommunikation nicht beantwortet. Der Nahverkehrsplan 2025+ der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq sieht den Neubau der Station Neuer Jüdischer Friedhof bis 2025 vor.

Doch eine Anfrage beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt ergab die Antwort, dass aus Frankfurt noch überhaupt kein Antrag auf Planfeststellung gestellt worden sei. „Der aktuell geplante Zeitpunkt zum Neubau ist uns nicht bekannt“, sagte die Sprecherin.

Dabei hat die VGF den Umbau bereits geplant. Zwei Varianten liegen in der Schublade. Eine sieht einen Mittelbahnsteig vor, die andere zwei Seitenbahnsteige. In beiden Fällen wären die Plattformen etwa 78 Meter lang. Züge mit drei Wagen könnten dort halten. Die Kosten lägen bei sechs bis sieben Millionen Euro.

Renata Berlin weist darauf hin, dass die Besucherinnen und Besucher des Neuen Jüdischen Friedhofs oft ältere Menschen seien, zum Teil gehbehindert oder nicht mehr gut zu Fuß. Die Haltestellen Hauptfriedhof und Marbachweg/Sozialzentrum seien jeweils etwa 400 Meter entfernt.

An Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) gewandt, sagte sie: „Ich bitte Sie dringend, sich mit der Situation bekannt zu machen und die Zusage Ihres Vorgängers zu erfüllen.“

Auch interessant

Kommentare