Die PARTEI

„Kein Grund zu feiern“

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Die linksradikale Szene und „Die PARTEI“ wollen am 3. Oktober die Feststimmung trüben.

Wenn Deutschland eine Party schmeißt, dann gibt es überhaupt keinen Grund, mitzumachen. Da sind sich Frankfurts Linksradikale sicher. „Staat, Nation und Kapital sind zwar vieles, aber ganz sicher kein Grund zu feiern“, schreibt die Antifa-Gruppe „Kritik&Praxis“ in ihrem Aufruf zu den Protesten gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober. Schon am Tag vor der offiziellen Feier, am 2. Oktober, ruft Kritik&Praxis ab 19 Uhr zu einer antinationalen Demonstration am Kaisersack auf, am Feiertag selbst soll es dann Protestaktionen geben, um die „nationalistische Show“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiterer Politprominenz zu stören und sie in ein „Event antikapitalistischer Kritik zu verwandeln“, wie die Gruppe schreibt.

Für die Frankfurter Autonomen, die seit 2013 auch im Blockupy-Bündnis aktiv sind, ist die Feier zum 3. Oktober vor allem dazu da, von den realen Folgen deutscher Machtpolitik abzulenken: Die Syriza-Regierung in Griechenland werde erpresst, im Mittelmeer „brutale Flüchtlingsabwehr“ betrieben – „und im ganzen Land brennen wieder Flüchtlingsheime“. In dieser Situation solle durch das Bürgerfest in Frankfurt nur versucht werden, „der autoritären Fratze des deutschen Europas wieder die Maske von Weltoffenheit und Demokratie aufzusetzen“. Es ist wahrscheinlich, dass sich an den geplanten Protesten nicht nur Linksradikale aus Frankfurt beteiligen werden. Am Abend des 3. Oktober soll es unter dem Titel „Nie wieder Deutschland“ im DGB-Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit der Stadtverordneten Jutta Ditfurth (Ökolinx) und dem Hamburger Publizisten und Theatermacher Thomas Ebermann geben.

Auch die Satire-Partei „Die PARTEI“ hat mit dem 3. Oktober so ihre Probleme. Schließlich ist es das erklärte Ziel der Partei aus dem Umfeld des Satireblatts „Titanic“, die Berliner Mauer wieder zu errichten und Deutschland endgültig zu teilen. Rund um den Nationalfeiertag lädt Die PARTEI daher alle ihre Mitglieder und Anhänger zum „Tag der Deutschen Zweiheit“ in Frankfurt ein. Höhepunkt des Programms sind eine Demonstration am Mittag des 3. Oktobers sowie Konzerte mit der Hip-Hop-Gruppe Antilopen Gang und der Hamburger Punkband Slime. Deren Song „Deutschland“ mit der legendärem Textzeile „Deutschland muss sterben damit wir leben können“ ist schon seit den frühen 80er-Jahren eine Art Hymne all derjenigen, die sich mit dem deutschen Staat nicht so recht anfreunden mögen.

Auch die Party der PARTEI dürfte daher etwas anders ausfallen als der offizielle Staatsakt. Aber sie wird sicher ein Fest.

Weitere Informationen im Netz unter www.grenzenueberwinden.de und www.die-partei-he.de.

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