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Kein gemeinsames Kraftwerk für Geothermie in der Region

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Von: Florian Leclerc

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In Frankfurt ist Oberflächengeothermie im Quartier Hilgenfeld am Frankfurter Berg geplant.
In Frankfurt ist Oberflächengeothermie im Quartier Hilgenfeld am Frankfurter Berg geplant. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Der Frankfurter OB-Kandidat Uwe Becker hat ein gemeinsames Geothermiekraftwerk für die Region vorgeschlagen. Die Energieunternehmen reagieren verhalten.

Die regionalen Versorgungsunternehmen Mainova und Süwag aus Frankfurt, Entega aus Darmstadt, Eswe aus Wiesbaden, EVO aus Offenbach und Ovag aus der Wetterau haben zurückhaltend auf den Vorschlag von Uwe Becker für ein gemeinsames Geothermiekraftwerk reagiert.

Der OB-Kandidat der CDU in Frankfurt, der auch hessischer Europastaatssekretär ist, hatte eine Zusammenarbeit der Unternehmen bei einem Geothermiekraftwerk im Oberrheingraben zur Stromerzeugung für die Region vorgeschlagen.

Aus Sicht der Mainova ist noch Grundlagenforschung nötig, um zu ermitteln, ob Tiefen-geothermie zur Wärmegewinnung für die Region zum Einsatz kommen kann. „Die Potenziale des Oberrheingrabens für die Wärmegewinnung aus Geothermie können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht bewerten“, sagte die Sprecherin.

Ovag schließen Kooperation aus

Die Süwag hat nach eigenen Angaben bislang keine Projekte zur Geothermie und wollte zu einer etwaigen Kooperation keine Stellung beziehen. Gleiches gilt für die EVO aus Offenbach.

Die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) in der Wetterau schlossen eine Kooperation aus. „Daran werden wir uns nicht beteiligen“, sagte ein Sprecher. Derzeit seien zwei eigene Geothermieprojekte in der Vorplanung.

Die Entega aus Darmstadt zeigte sich einer Kooperation gegenüber „grundsätzlich offen“, so ein Sprecher. Zur Geothermie gebe es aktuell jedoch keine Gespräche. Die Entega versorge bereits einen Industriebetrieb im südhessischen Heubach bei Groß-Umstadt mit Erdwärme aus fast 800 Metern.

Uwe Becker. Foto: Rolf Oeser
Uwe Becker. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Die Eswe aus Wiesbaden sieht technische Hindernisse bei einem Geothermiekraftwerk am Oberrheingraben. „Die Leistungsausbeute eines einzelnen Geothermiekraftwerks ist in der Regel nicht so groß, dass sie eine überregionale Bedeutung haben könnte“, sagte der Sprecher. Anders als Strom lasse sich Wärme schlecht über weite Distanzen transportieren, führte er aus. „Geothermiekraftwerke sollten regional mit einem ausgeprägten Bezug zu einem Quartier errichtet und betrieben werden.“ Eine dezentrale Struktur sei einer zentralen vorzuziehen.

Im OB-Wahlkampf hat Becker angekündigt, dass Frankfurt von 2030 an nur noch erneuerbare Energie verbrauchen soll. Dazu sei neben dem Ausbau von Geothermie auch eine Anbindung der Region an die Wasserstoffversorgung nötig.

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