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Die Helfer sind mit Greifzangen und Müllsäcken unterwegs.
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Die Helfer sind mit Greifzangen und Müllsäcken unterwegs.

Griesheim

Kein Beifall für Abfall

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Beim Frühjahrsputz räumen rund 80 freiwillige Helfer den Stadtteil auf. Die Aufräum-Aktion hat Tradition. Und auch die meisten Helfer sind schon lange dabei.

Die weißen Säcke stapeln sich am Samstagmittag an der Ahornstraße 104. Daneben liegen ein halb verrottetes Sofa und ein kaputter Einkaufswagen. Es ist kein ungewohntes Bild in dieser Ecke. Allerdings ist der Haufen geplant, heute kommt die Entsorgungsgesellschaft FES vorbei und holt die Sammlung ab.

Die Abfallhaufen sind das Ergebnis des Griesheimer Frühjahrsputzes, der vom Quartiersmanagement, dem Vereinsring sowie dem Präventions- und Regionalrat organisiert wird. Rund 80 Menschen haben Handschuhe angezogen und Greifzangen genommen, um Griesheim-Süd, -Mitte und -Nord von Weggeworfenem zu befreien. Abdessalam Azzahidi, Quartiersmanager in Griesheim Mitte, ist insgesamt zufrieden mit der Beteiligung. „Viele Mütter und Kinder haben geholfen, mir fehlen aber Väter und Jugendliche“, sagt Azzahidi. Gefreut habe er sich über Getränke- und Wassereis-Spenden für die Helfer, sogar ein den Danke-Kuchen war dabei, gestiftet von einem Mitglied des Turnvereins.

Die Aufräum-Aktion hat Tradition. Und auch die meisten Helfer sind schon lange dabei. So wie Manfred Trauner, der seit 1995 jedes Jahr mit der ganzen Familie mithilft. „Die Müllplätze sind das ewige Thema der Ahornstraße“, sagt der 47-Jährige. Wenn an einer Stelle mal Müll abgeladen worden sei, würde der Berg schnell immer größer. Nachbarn hätten schon häufig Autos mit fremden Kennzeichen notiert, die dort Unrat aufschütteten.

Nicht nur beschweren

„Eigentlich müsste jeder mithelfen“, findet Trauner. So sehen das auch Jamila Azougagh und Souad Mokhtari. Die beiden 35-Jährigen sind mit ihren Kindern ebenfalls schon Jahre dabei. „Wir wollen uns nicht nur beschweren, sondern auch etwas tun“, sagt Azougagh. Direkt vor ihrer Haustür würden häufig Müllhaufen vor sich hin rotten und stinken. Bei der Wohnbaugesellschaft beschwerten sie sich darüber meist vergeblich. Auch für einen Kinderspielplatz sei kein Geld da, monieren die Mütter. Gebrauchte Spritzen seien das Schlimmste, was sie heute gefunden hätten, sagt Mokhtari.

Auch etwa 40 Kinder vom SV Tarik haben neben dem Sportplatz in der Froschhäuser- und Ahornstraße Müll gesammelt. Francesco und seine Freunde haben neben dem Platz Dosen, Pappe und Tüten gefunden. Das gefällt ihm nicht: „Wenn man sich umguckt, sieht man überall Dreck“, sagt der Zehnjährige.

„Neuralgische Punkte sind an Glas- und Altkleider-Containern“, sagt Vereinsringsvorsitzende Ursula Schmidt, die im Süden unterwegs war. Zwei Mitglieder vom Modelleisenbahn-Club, die sogar aus Eckenheim angereist sind, hätten an einem Glascontainer rund 50 Gefäße hinein befördert. Die Gefäße lagen daneben, obwohl der Container nicht mal voll gewesen sei. Dass sich der Unrat auf der Straße durch das geplante Braunkohlestaubkraftwerk im Industriepark verschlimmern könnte, glaubt Schmidt nicht: „Was da an Dreck kommen wird, kommt von oben“. Und gegen diese Art helfe keine Aufräum-Aktion.

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