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Leere Zeil in Frankfurt
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Die Shoppinglust auf der Zeil in Frankfurt hält sich in Grenzen. (Archivfoto)

Click & Meet in Frankfurt

Frankfurt: Nur wenig Shoppinglaune auf der Zeil

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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In Frankfurt darf wieder eingekauft werden, allerdings nur mit Terminvergabe und negativem Test. Die Nachfrage auf der Einkaufsmeile Zeil bleibt zunächst gering.

Es wäre zu einfach, die Stimmung auf der Frankfurter Zeil nur auf das Wetter zu schieben. Zwar trägt es am Dienstagmittag mit seinem unbeständigen Mix aus (wenig) Sonne und (viel) Wolken und Regen auch nicht gerade positiv dazu bei. Aber in erster Linie scheinen die Frankfurterinnen und Frankfurter einfach keine Lust zum Einkaufen zu haben. Oder die neuen Regeln haben sich noch nicht herumgesprochen.

Wochenlang durfte der Einzelhandel nur Click & Collect anbieten. Doch nachdem an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt unter 150 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner:innen gelegen hat, ist seit Freitag wieder Click & Meet möglich. Statt also nur vorbestellte Waren abzuholen, kann nun wieder im Geschäft eingekauft werden. Allerdings nur mit Terminvereinbarung und negativem Corona-Test beziehungsweise einem Nachweis, dass man genesen oder vollständig geimpft ist. Beim Spaziergang über die Zeil zeigt sich: Nicht allen Kundinnen und Kunden ist der aktuelle Ablauf klar.

Frankfurt: Vor dem DM-Testcenter auf der Zeil bildet sich eine Schlange

Vor dem Schuhgeschäft Footlocker macht eine Familie mit zwei Kindern halt, doch weit kommen sie nicht, weil sie keine negativen Testergebnisse vorzeigen können. „Sie können sich am Testcenter bei DM kostenlos testen lassen. Damit können sie hier in alle Geschäfte“, gibt die Verkäuferin ihnen einen Tipp. Vor dem Drogeriemarkt ist ein kleines, blaues Zelt aufgebaut, das als Testzentrum dient. Eine kleine Schlange hat sich dort gebildet – ein seltener Anblick in diesen Tagen auf der Zeil.

Denn auch wenn die meisten Geschäfte geöffnet haben und mit Hinweisschildern an den Schaufenstern auf das Click-&-Meet-System hinweisen, bilden sich nur selten Schlangen. In vielen Läden ist überhaupt kein Kunde zu sehen. Shoppinggefühle kommen hier nicht auf.

Zeil in Frankfurt: Im Kaufhaus Karstadt kaufen hauptsächlich ältere, geimpfte Personen ein

Beim Kaufhaus Karstadt ist auf Hinweisschildern zu lesen, dass sich bis zu 1037 Personen gleichzeitig im Geschäft aufhalten dürften. „Die Zahl knacken wir niemals“, sagt ein Security-Mitarbeiter am Eingang. „Es ist wenig los, es kommen nicht viele Leute.“ Die, die ihren Weg doch in das Kaufhaus fänden, seien überwiegend ältere, durchgeimpfte Personen, dazu kämen einige jüngere mit Test.

Die Regeln

Weil Frankfurt als Stadt mit Inzidenz über 100 (und nicht mehr über 150) geführt wird, darf der Einzelhandel seit Freitag Kund:innen mit negativem Corona-Test wieder Shoppingtermine anbieten. Auch Genesene und vollständig geimpfte Personen dürfen mit Nachweis shoppen.

Liegt die Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 100, greift Stufe 1 der Landesregeln. Dann ist ein Corona-Test beim Shoppen keine Pflicht mehr, nur noch Empfehlung.

Nach weiteren 14 Tagen mit einer Inzidenz unter 100 kann wieder ohne Termin eingekauft werden. hsr

Auch vor dem Kleidungsgeschäft H&M steht niemand an. Trotzdem sei es eine Verbesserung, dass nun wieder Click & Meet angeboten werden könne, sagt eine Verkäuferin. Ein Termin bietet 30 Minuten Zeit zum Einkaufen. Wer länger shoppen will, könne einfach zwei hintereinander buchen, rät die Mitarbeiterin. Auch sie berichtet, dass viele Kundinnen und Kunden nicht wüssten, dass ein negativer Test notwendig sei. „Die verweisen wir dann an das Testzentrum von DM oder an die Apotheke in der Töngesgasse.“ Und tatsächlich: Einige Minuten später kommt ein junger Mann im Anzug an der H&M-Filiale vorbei. Er sagt: „Ach, den braucht man? Ne, ich habe keinen Corona-Test“ und läuft unverrichteter Dinge weiter.

Frankfurt: Im Eintracht-Fanshop im Einkaufszentrum My Zeil kommen täglich nur 20 bis 30 Personen

Auch in den Geschäften im Einkaufszentrum My Zeil ist nicht viel los. Die einzige Schlange bildet sich vor dem Corona-Testzentrum im zweiten Stock. Im Eintracht-Fanshop gegenüber lässt sich eine Frau T-Shirts zeigen, den Laden betritt sie nicht. Sie habe keinen Termin und auch keinen negativen Test, wisse aber, was sie wolle und werde deshalb an der Türschwelle bedient, erklärt sie. Im Fanshop ist aktuell kein weiterer Kunde, deswegen kann sich der Verkäufer die Zeit nehmen.

20 bis 30 Termine pro Tag würden telefonisch gebucht, sagt er. „Es ist nicht viel los. Aber das mag auch mit der aktuellen Leistung der Eintracht zusammenhängen. Die Saison ist gelaufen.“ Aber auch abgesehen von den zuletzt schwachen Leistungen der Eintracht geht er davon aus, dass sich die aktuellen Regeln nicht herumgesprochen haben. Und: „Ich bin zwar selbst kein Shoppingtyp, aber ich kann mir vorstellen, dass angesichts der aktuellen Situation kein richtiges Shoppinggefühl aufkommt.“

Einkaufen in Frankfurt: Viele kennen die aktuellen Regeln nicht und haben keinen negativen Test

Dieser Eindruck bestätigt sich beim Traditionsgeschäft Lorey. In dem Haushaltswarengeschäft dürfen gleichzeitig 20 Kund:innen einkaufen. Doch das ist bisher nur Theorie. Gerade einmal fünf Termine seien am Dienstag vergeben worden, sagt eine Verkäuferin. „Am Samstag war ein bisschen mehr los, gestern und heute nur ganz wenig.“ Auch sie musste schon Kund:innen ohne negativen Test wegschicken.

Wie sich das anfühlt, weiß ein junger Mann, der im dritten Stock sein Glück bei Saturn versucht. Ein Mitarbeiter weist ihn auf die Testpflicht hin, der Mann geht wieder, weil er keinen Nachweis hat. Eigentlich darf auch bei Saturn nur eine halbe Stunde geshoppt werden, aber es sei so wenig los, dass man auch länger bleiben könne, verrät der Mitarbeiter.

Wer vorab keinen Termin gebucht hat, hat oft dennoch gute Chancen. Weil wenig los ist, können Termine in der Regel noch spontan vor Ort ausgemacht werden. (Helen Schindler)

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