Corona-Krise

Kaum noch Nachfrage nach Ladenflächen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
    schließen

Die Nachfrage nach Flächen für Geschäfte und Lokale in Frankfurt bricht in der Corona-Krise massiv ein. Noch bleiben die Mieten an der Zeil dennoch hoch.

In Frankfurt sind im ersten Halbjahr nur sehr wenige Einzelhandelsflächen neu vermietet worden. Nach Zahlen des Maklerhauses JLL sank der Vermietungsumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 80 Prozent. Gerade einmal 3200 Quadratmeter Fläche für Läden oder Lokale seien neu vermietet worden. Im Schnitt der vergangenen fünf ersten Halbjahre hatten Flächen von zusammen fast 20 000 Quadratmetern die Mieter gewechselt.

Obwohl die Corona-Krise und der Lockdown die schon vor Ausbruch der Pandemie großen Probleme des stationären Einzelhandels noch verstärkt hat, sind die Mieten für Ladenflächen an den großen Einkaufsstraßen noch nicht eingebrochen. Für Flächen an der Frankfurter Zeil nennt JLL weiterhin eine Spitzenmiete von 310 Euro pro Quadratmeter. Ladenmieter an der Goethestraße zahlen nach Angaben des Maklerhauses bis zu 250 Euro pro Quadratmeter, an der Fressgass bis zu 220 Euro pro Quadratmeter. An der seit Jahren nicht mehr besonders gut besuchten Schillerstraße liegen die Mieten dagegen laut JLL nur bei bis zu 90 Euro pro Quadratmeter.

Die Mieten in kleineren und mittleren Städten, aber sogar in Großstädten bis 500 000 Einwohnern sind nach Zahlen von JLL in den vergangenen drei Jahren im Schnitt schon um acht bis zwölf Prozent gesunken. In den „Big 10“, den wichtigsten zehn deutschen Einzelhandelsstandorten, ist das Mietniveau dagegen im Schnitt nur um 1,8 Prozent gesunken. JLL erwartet zwar, „dass die ausgesetzten oder reduzierten Mietpreiszahlungen der Einzelhändler auch nach dem Lockdown zu weiteren Verhandlungen mit den Vermietern führen werden“. Dauerhafte Mietpreissenkungen zeichneten sich aber zumindest für die „Big 10“ nicht ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare