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Sprachförderung beginnt schon im Kindergarten. michael schick
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Sprachförderung beginnt schon im Kindergarten.

Bildung

Kaum Daten zu Sprachförderung

  • vonBrigitte Degelmann
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Die Datenerhebung ist nach Angaben des Magistrats nicht einfach. Nur wenige Flüchtlings-Einrichtungen beantworten eine Anfrage der Stadt.

Laut einer Studie des Bundesbildungsministeriums besucht bundesweit rund ein Fünftel der vier- bis sechsjährigen Kinder aus Flüchtlingsfamilien keine Kita. Und: Nur ein Viertel der Vorschulkinder aus dieser Bevölkerungsgruppe nimmt an Sprachfördermaßnahmen teil. Diese Zahlen schreckten CDU, SPD und Grüne in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung auf, weshalb sie einen Antrag an den Magistrat stellten – unter anderem mit dem Auftrag, entsprechende Daten mitzuteilen. Schließlich sei es enorm wichtig, dass die Kinder so früh wie möglich sprachlich gefördert würden.

Eine solche Datenerhebung sei jedoch nicht so einfach, teilte der Magistrat nun mit. Denn das Personal in den Flüchtlingsunterkünften verfüge in der Regel nicht über die „notwendige Fachlichkeit“ dafür. Zwar habe man alle 23 Betreiber von Unterkünften angeschrieben. Auskunft hätten letztlich aber nur fünf Einrichtungen gegeben. Dort sind elf Jungen und Mädchen noch nicht mit Kita-Plätzen versorgt, zwölf Kinder sollen nach Einschätzung der Betreiber Sprachförderung erhalten. Darüber hinaus verweist der Magistrat darauf, dass Vorschulkinder auch an freiwilligen Vorlaufkursen teilnehmen könnten, mit einem Umfang von bis zu 15 Stunden pro Woche.

Die Stadt kümmere sich um eine individuelle und systematische Erhebung des Sprachstandes aller Kinder im Vorschulalter, also auch für diejenigen aus geflüchteten Familien. Außerdem untersuche das Frankfurter Gesundheitsamt in der Schuleingangsuntersuchung die Sprachauffälligkeiten bei Kindern. Dabei werde allerdings nicht gezielt nach Kindern aus geflüchteten Familien gefragt, räumt der Magistrat ein.

Den Betreibern von Flüchtlingsunterkünften habe man empfohlen, sich in Absprache mit den Eltern an die zuständige Grundschule zu wenden, wenn Kinder nicht für einen Vorlaufkurs vorgesehen seien, obwohl man dafür Bedarf sehe.

Vielen Zugewanderten falle es jedoch zunächst schwer, ihre Kinder dafür anzumelden. Eine Brücke zu solchen Angeboten könnte die Kinderbetreuung bei Deutschkursen für Frauen bilden. Ein ähnliches Ziel verfolgen auch Sprachcafés in Familienbildungsstätten. Beides werde durch das Jugend- und Sozialamt gefördert und könne von allen Frankfurter Familien genutzt werden. Auskunft und Unterstützung dazu gibt es bei der Infobörse Kindertagesbetreuung im Stadtschulamt, bei Sozialarbeiter:innen in den Flüchtlingsunterkünften und bei Migrationsberatungsstellen.

Ob die jetzigen Angebote zur Sprachförderung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien ausreichen, darauf hat der Magistrat ebenfalls keine klare Antwort. Aus Sicht von Kita Frankfurt sei es „durchaus möglich“, alle betroffenen Jungen und Mädchen in einer der vielen Kitas in Frankfurt aufzunehmen, heißt es. Und: Auch Kinder in den Flüchtlingsunterkünften würden in der Statistik des Einwohnermeldeamtes mitgezählt, welche die Grundlage für die Kita-Bedarfsplanung bilde. Allerdings sei es erst nach Erstellung einer stadtteilbezogenen Übersicht möglich, die Frage genau zu beantworten.

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