Eltern demonstrieren vor dem Römer für Gymnasialplätze.
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Eltern demonstrieren vor dem Römer für Gymnasialplätze.

Schulen in Frankfurt

Kaum Chancen auf Wunschplatz

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Wer früh klagte, kam am Wahlgymnasium unter. Noch gibt es 19 offene Verfahren am Verwaltungsgericht Frankfurt. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kläger für ihre Kinder einen Platz an der Schule ihrer Wahl erstreiten können, ist gering.

Das Ende der Sommerferien, es ist für die meisten Schüler ohnehin kein Grund zum Jubeln. Für zahlreiche Fünftklässler ist in diesem Jahr der Weg in die Schule nach sechs Wochen Freizeit aber noch schwerer als sonst. Sie müssen ab Montag eine Schule besuchen, auf die sie gar nicht gehen wollten. Denn rund 500 Kinder haben in diesem Jahr keinen Platz an ihrem Wunschgymnasium erhalten, mussten sich andere Schulen aussuchen oder bekamen einen Platz zugewiesen. Einige Familien hoffen allerdings immer noch, dass es mit der Wunschschule doch klappt: Sie haben geklagt und das Gericht hat über ihre Fälle noch nicht entschieden.

Beim Verwaltungsgericht Frankfurt liegen noch 19 offene Eilverfahren vor. „Ich glaube aber nicht, dass sie erfolgreich sein werden“, sagt Gabriele Förster, Sprecherin des Verwaltungsgerichts. Denn über mehr als zehn Eilverfahren habe das Gericht bereits entschieden – und keiner der Schüler habe einen Platz an der gewünschten Schule erhalten. „Das Vergabeverfahren ist schließlich abgeschlossen“, sagt Förster. Wenn jetzt noch einem Schüler ein Platz an einer beliebten, aber vollen Schulen zugesprochen würde, müsste ein anderes Kind dafür weichen. „Einen solchen Verdrängungsanspruch gibt es aber nicht“, sagt Förster. „Die Plätze sind einfach nun vergeben.“

Die Chancen auf Erfolg stehen also nicht gut für diese Eltern, doch noch einen Platz an der gewünschten Schule zu ergattern. Sie haben zu spät geklagt. Im Gegensatz zu den elf Müttern und Vätern, die im Frühjahr vor Abschluss des Vergabeverfahrens und vor dem Verschicken der Bescheide den Rechtsweg beschritten hatten. Ihnen hat das Staatliche Schulamt einen Platz fürs Kind an der Wunschschule verschafft – und den Eilverfahren damit die Grundlage entzogen.

Wegen der Eilanträge war damals das gesamte Verfahren der Schülerverteilung blockiert gewesen. Erst nachdem das Staatliche Schulamt die elf Plätze an den Wunschschulen gewährt hatte und die Klagen vom Tisch waren, konnten die Aufnahmebescheide an die rund 5000 Familien mit künftigen Fünftklässlern verschickt werden. „In dem Moment hat sich aber der Anspruch auf Neuverteilung erledigt“, sagt Förster.

Die jetzt noch offenen Eilverfahren sind jedoch alle nach dem Verschicken der Bescheide bei Gericht eingegangen. Dass auch wenige Tage vor Schulbeginn noch nicht über alle Fälle entschieden wurde, „liegt nicht daran, dass das Gericht nicht gearbeitet hat“, sagt Förster. Die Anträge seien sehr spät eingegangen. Allein vergangene Woche seien noch vier dazugekommen. „Es gibt dabei keine Fristen, aber das schafft die Kammer zeitlich dann kaum mehr vor Schulbeginn“, sagt Förster. So schnell wie möglich werde man die Eilverfahren nun abarbeiten, „aber wir können nicht versprechen, dass wir das bis Freitag schaffen“.

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