Schulessen

ASB kassierte von Stadt Frankfurt zu viel für Schulessen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Snacks wie Schokoriegel und belegte Brötchen hat der ASB als Schulessen abgerechnet. Schulessen werden aber im Gegenteil zu Snacks von der Stadt bezuschusst. So sind zu hohe Abrechnungen entstanden.

Die Stadt hat mehrere Jahre zu viel Geld für Schulessen an eine Tochtergesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) gezahlt. Die ASB Hessen Service GmbH hatte zwischen 2015 und 2018 zu hohe Beiträge fürs Schulessen berechnet. Das fiel bei einer internen Prüfung des ASB 2018 auf, der Schaden von mehr als 180 000 Euro ist inzwischen an die Stadt zurückgezahlt worden. „Wir haben keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich jemand persönlich bereichern wollte“, sagt Matz Mattern, Landesgeschäftsführer des ASB. Ob es aber zu den Fehlbuchungen „komplett aus Versehen kam oder das jemand für eine vermeintlich gute Idee gehalten hat, lässt sich am Ende nie hundertprozentig sagen“.

Zuvor hatte der Hessische Rundfunk darüber berichtet, dass an fünf Schulen in Frankfurt Kioskverkäufe als warme Mahlzeit verbucht worden waren. Ein Schulessen wird von der Stadt bezuschusst, damit Eltern so pro Mittagessen in der Mensa lediglich drei Euro zahlen. An Bettinaschule, Gymnasium Riedberg, Carl-Schurz-Schule, Ziehenschule und Schillerschule sind aber auch Snacks wie Schokoladenriegel und belegte Brötchen als Schulessen in Rechnung gestellt worden, dadurch entstanden der Stadt überhöhte Kosten.

Snackverkäufe nachträglich  erfasst

Laut Darstellung des ASB wurden die Snacks gegen Bargeld und nicht über ein elektronisches Kassensystem in der Mensa herausgegeben, damit in der Pause der Verkauf schneller abgewickelt werden konnte. Erst nachmittags seien die Snackverkäufe nachträglich im Kassensystem erfasst worden. Die Einnahmen seien dann aber teilweise als Schulessen eingebucht worden. Dadurch habe laut ASB aber kein Mitarbeiter einen Vorteil erlangen können, außer am Nachmittag schneller mit der Kassenerfassung fertig zu sein. Den drei verantwortlichen überregionalen Küchenleitern sei allerdings die fehlerhafte Einnahmeerfassung, durch die die Stadt mehr Zuschüsse zahlen musste, zum Teil bekannt gewesen, sie hätten die Praxis aber nicht abgestellt. Von ihnen habe man sich getrennt.

Der ASB hat nach eigenen Angaben nach der internen Prüfung die Stadt informiert, die wiederum das Revisionsamt einschaltete. Der ASB gibt an, dass inzwischen neue Kassensysteme eingeführt wurden, um Fehlbuchungen künftig zu verhindern. Auch seien die Mitarbeiter an den Kassen geschult worden. „Es ist passiert“, sagt Mattern, „aber daraus lernen wir, was wir besser machen müssen.“

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