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Tanzen (und Kuscheln) im Ponyhof. Das soll dieses Jahr an Karfreitag nicht passieren, sonst droht ein Bußgeld.

Karfreitag

Stadt Frankfurt will Tanzverbot durchsetzen

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Kirchendezernent Uwe Becker fordert Respekt vor religiösen Gefühlen. Wer trotzdem tanzen lässt, dem droht ab Donnerstag ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

Die Stadt Frankfurt wird das Verbot von Tanzveranstaltungen von Gründonnerstag bis Karsamstag überwachen und bei Verstößen auch Bußgelder verhängen. Das hat das städtische Ordnungsamt angekündigt. Nach dem Hessischen Feiertagsgesetz kann ein Bußgeld bis zu 1000 Euro betragen, wie der Sprecher des Ordnungsamtes, Ralph Rohr, der FR sagte.

Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) machte deutlich, dass er von der immer wieder geforderten Lockerung des Tanzverbotes nichts hält. „Auch wer selbst nicht einer Religion angehört, sollte gegenüber den Gefühlen anderer Respekt aufbringen“, sagte der CDU-Politiker.

Nach dem Hessischen Feiertagsgesetz sind von Gründonnerstag von 4 Uhr an bis Karsamstag um Mitternacht öffentliche Tanzveranstaltungen verboten, an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen von 4 bis 12 Uhr.

Die Stadtpolizei wird nach den Worten von Rohr in den nächsten Tagen zu ihren üblichen Kontrollen unterwegs sein. „Wenn Beschwerden eingehen, wird sie dem nachgehen“, sagte der Sprecher des Ordnungsamtes. Auf die Frage der FR, ob Tanzveranstaltungen auch unterbunden werden, sagte Rohr: „Wir werden das, was nicht erlaubt ist, beenden.“ Die Stadt wolle auch versuchen, im Vorfeld auf die Betreiber von Tanzlokalen und Diskotheken einzuwirken.

Uwe Becker: Gedenken an das Leiden Christi verträgt sich nicht mit lautem Feiern. 

Das Tanzverbot hatte in der Vergangenheit zu Protesten der Clubszene geführt. Kirchendezernent Becker bat alle Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, sich an die gesetzliche Regelung zur Karfreitagsruhe zu halten. Im Christentum zähle der Karfreitag im Zusammenhang mit Ostern zu den höchsten Feiertagen.

„Unser christlich-jüdisch geprägtes Werteverständnis“ stelle „das Fundament unserer abendländischen Gesellschaft in Deutschland“ dar, so der Frankfurter Bürgermeister. Dazu zählten klar auch die christlichen Traditionen.

Lesen Sie dazu auch in der Frankfurter Neuen Presse: Wo in Frankfurt an Karfreitag getanzt werden kann

Der Karfreitag sei als christlicher Feiertag dem Gedenken an das Leiden und die Kreuzigung Jesu Christi gewidmet. „Dies verträgt sich nicht mit lautem und ausgelassenem Feiern“, argumentierte der Kirchendezernent. Der CDU-Politiker machte deutlich, dass er nichts davon hält, das christliche Wertegerüst zu lockern.

„Wir können nicht bei jeder Gelegenheit diese Ankerpunkte unserer Gesellschaft lösen und uns dann wundern und beklagen, wenn unser Wertegerüst Schaden nimmt.“

Der Verzicht auf lautes Feiern stelle „eine wichtige Geste“ dar, die von Respekt gegenüber den Mitmenschen zeuge.

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