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Szene aus „Ein erschreckender Klogang“. 

Heddernheim

Kaputte Eier und viel Kreativität

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Das Schultheater-Studio zeigt seine Ferieninszenierungen vor einem begeisterten Publikum.

Rund 15 Jungschauspieler reihen sich nebeneinander auf der Bühne auf. An einem Ende ein Kühlschrank, aus dem ein Mädchen ein rohes Ei hervorholt. Auf einem Löffel gibt sie es an ihren Nachbarn weiter. Vorsichtig balancierend, reichen die Kinder es bis zum Ende der Schlange. Dort wartet ein junger Akteur mit einer Bratpfanne. Doch ausgerechnet dem letzten in der Kette entgleitet das Ei und geht zu Bruch. „Oh nein, das Ei ist kaputt“ ruft das Ensemble im Chor.

Just in diesem Moment taucht am anderen Ende der Bühne eine erboste Henne auf. Als Wiedergutmachung für den fahrlässigen Umgang mit ihrem Erzeugnis sollen die Kinder dem Huhn seine Leibspeise auftischen: Käse. Den esse das Huhn nämlich besonders gern. Und so beginnt für die Gruppe die abenteuerliche Suche nach einem Ort namens „Käseparadies“.

„Edgar Bosch – ein Kühlschrank für alle Fälle“ lautet der Titel des Stücks, das die jungen Laiendarsteller am Gründonnerstag vor einem begeisterten Publikum vorführen. Thema, Titel und Handlung haben sich die sieben- bis zwölfjährigen Mitglieder der Ferienspielgruppen am Schultheater-Studio in Niederursel selbst ausgedacht. Angeleitet von Theaterpädagogen, nutzten sie die Karwoche für Proben.

Das Ergebnis lässt sich sehen. Unterstützt von professioneller Licht- und Tontechnik präsentieren die Kinder gekonnt wie selbstbewusst die Resultate ihrer Kreativität. Viele Teilnehmer nähmen schon seit Jahren an dem Ferientheaterprogramm teil, erzählt Theaterpädagogin Katharina Fertsch-Röver. „Toll ist, dass dadurch Vertrauen der Kinder gegenüber den Programmleitern entsteht“, so Fertsch-Röver.

Das erleichtere es den Kindern, sich frei und kreativ zu entfalten. Insgesamt rund 55 Kinder haben an dem Osterferienprojekt teilgenommen. Vier Stücke führen die verschiedenen Gruppen am Donnerstag auf. „Besonders freuen wir uns über den Auftritt einer Gastgruppe“, sagt die Leiterin des Schultheater-Studios, Elke Mai-Schröder. Die vom Theater „Grüne Soße“ angeleitete Gruppe aus Schülern der Ernst-Reuter-Schule und der Paul-Hindemith-Schule hätten zur selben Zeit auf dem Nachbargelände ihr Stück geprobt. „Klar, dass wir die Gruppe dann eingeladen haben, an der Vorführung teilzunehmen“, so Mai-Schröder.

Und auch das Publikum ist sichtlich angetan von den Gastschauspielern. „Nach dem ersten Blick“ heißt das Stück und zielt auf den Abbau von Vorurteilen. Auf den ersten Blick, so vermitteln es die Darsteller, wisse man nicht viel voneinander. Doch auf den zweiten oder dritten könne man Sympathien füreinander entwickeln. „Manchmal ist es egal, welche Sprache man spricht“, rufen die Kinder. „Manchmal braucht es einfach Zeit, bis man jemanden mag“.

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