+
Der Finanzbezirk von Toronto.

Toronto

In Kanada im Einsatz für die Region

  • schließen

Eric Menges will in Toronto Unternehmen davon überzeugen, sich im Großraum Frankfurt niederzulassen.

Dieser Tage hat Eric Menges wieder mächtig Werbung für das Rhein-Main-Gebiet gemacht. Der Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Frankfurt/Rhein-Main GmbH hat es auf ein ziemlich erfolgreiches Startup-Unternehmen aus Toronto abgesehen. Die Firma, die sich auf Apps für Restaurants spezialisiert hat, ist noch jung, trotzdem arbeiten dort schon 300 Menschen – Tendenz steigend. Vieles spricht dafür, dass das Unternehmen demnächst eine Dependance in Europa eröffnet. „Und wir wollen, dass das Startup in unsere Region kommt – unbedingt“, sagt Menges.

Wirtschaft ist ein Schwerpunkt der viertägigen Reise, zu der eine 20-köpfige Delegation aus Frankfurt am Wochenende nach Toronto aufgebrochen ist. Ein beträchtlicher Teil der Reisegruppe ist im weitesten Sinne dafür da, die finanziellen Interessen der Stadt zu wahren. Eric Menges hat dabei den aggressivsten Job. Er soll Unternehmen nach Frankfurt holen – oder in eine andere Stadt, die sich an der Wirtschaftsförderungsgesellchaft beteiligt.

Toronto hat Potential

Frankfurts Partnerstadt Toronto habe ein ungeheuer großes Potenzial, sagt John Gatto. Der Deutsch-Amerikaner leitet die Dependance der Frankfurt/Rhein-Main GmbH in den USA. Von Chicago aus beobachtet die Gesellschaft den gesamten nordamerikanischen Markt. So viele Startups wie in Toronto gebe es sonst nur im Silicon Valley. Vor allem die Fintech-Branche expandiere und sei für das Rhein-Main-Gebiet ungemein interessant.

Oft wird Eric Menges gefragt, wie seine Gesellschaft denn arbeite. Ob er auf Anrufe warte von Unternehmen, die sich im Großraum Frankfurt niederlassen wollten. „Ganz und gar nicht“, sagt Menges: „Wir suchen uns die Kunden.“ Ein Großteil seiner Arbeit ist Recherche: Welche Unternehmen lohnt es zu kontaktieren? Wer könnte einen Sitz in Europa anstreben, wer wird aufgeschlossen sein für die Werbung für das Rhein-Main-Gebiet?

„Jeder von Ihnen schnappt sich einen Kanadier“

Gerade in Kanada hat Menges dabei ein Problem. Kanadische Unternehmen seien es gewohnt, dass potenzielle Standorte nicht nur mit Worten, sondern auch mit Geld für sich werben. Doch da stößt die Frankfurt/Rhein-Main GmbH an ihre Grenzen. Sie darf den Firmen schlicht kein Geld bieten. Also erzählt Menges wieder und wieder von der Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt, von der Internationalität der Stadt und den kurzen Wegen im Rhein-Main-Gebiet.

Erste Erfolge gibt es zu vermelden: Für den Montagabend hatte die Gesellschaft zu einem Empfang ins Hotel der Frankfurter Delegation eingeladen. Eine Menge Unternehmen aus Toronto sagten zu. „Bei denen haben wir jetzt einen Fuß in der Tür“, sagt Menges.

Beim Werben um Firmen aus Übersee setzte der Geschäftsführer im Übrigen auch Politiker und Wissenschaftler aus der Frankfurter Delegation ein. „Jeder von Ihnen schnappt sich einen Kanadier und erzählt dem von den Vorzügen unserer Region“, schärfte Menges seinen Mitreisenden vor dem Empfang ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare