SPD Südhessen

Südhessen: Kampfkandidatur in der SPD

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Herausforderer Oliver Strank will einen „echten Neustart“ - der südhessische  SPD-Chef Gernot Grumbach gibt sich gelassen.

Drei Wochen nach dem Debakel der SPD bei der Europawahl kommt es jetzt zum Aufstand gegen den langjährigen SPD-Bezirksvorsitzenden Hessen-Süd, Gernot Grumbach. Der Vize-Chef der Frankfurter SPD, Oliver Strank, kündigte am Donnerstagnachmittag im Gespräch mit der FR an, er werde gegen Grumbach antreten.

Ort der Kampfkandidatur wird der SPD-Bezirksparteitag am morgigen Samstag, 15. Juni, im Bürgerhaus Butzbach sein. In einem schriftlichen Appell an die 250 Delegierten in Butzbach fordert der 40-jährige Rechtsanwalt Strank einen „echten Neustart“ für die Sozialdemokraten. Es werde nicht ausreichen, bloß ein paar Fehler zu korrigieren und machttaktisch ein paar Zentimeter „nach links oder zur Mitte zu wandern“.

Die SPD müsse „die Deutungshoheit über die großen Zukunftsfragen unserer Zeit zurück- erobern, statt uns in Nischendebatten zu flüchten, die mit dem Leben der meisten Menschen nichts zu tun haben“.

Strank sagte der FR, er habe mit vielen Mitgliedern gesprochen, und es gebe „einen starken Wunsch nach Erneuerung“. Nach den „desaströsen“ Ergebnissen der SPD bei der Europawahl müsse die Partei jetzt „in Bewegung kommen“. Die Partei müsse den Klimaschutz und den digitalen Wandel sozial gestalten und die soziale Sicherheit stärken.

Der Ortsvorsteher des Ortsbezirks eins in Frankfurt forderte, die Partei müsse „raus aus den Hinterzimmern“ und die Türen mit regelmäßigen Mitgliederinitiativen „weit öffnen“. Strank erkannte ausdrücklich „die Verdienste“ seines Konkurrenten Grumbach an.

Der 66-jährige Landtagsabgeordnete Grumbach gab sich demonstrativ gelassen. „Bewegung finde ich nicht schlecht, sie muss nur ein Ziel haben“, sagte der umweltpolitische Sprecher der SPD im Landtag der FR.

Grumbach setzt dezidiert auf das Team, mit dem er beim Bezirksparteitag antritt. Einer seiner Stellvertreter soll der südhessische Juso-Vorsitzende Kaweh Mansoori werden. Als andere Vize-Vorsitzende kandidiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt, deren politische Basis die Stadt Wetzlar ist.

Als seine wichtigen Themen nannte Grumbach, der seit 2001 die südhessische SPD führt, die Nachhaltigkeit und die Gleichheit von Männern und Frauen. Auf beiden politischen Feldern bleibe noch viel zu tun.

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