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Kampf um Flächen in Frankfurt

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Von: Christoph Manus

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Ob am Ikea-Markt im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach ein neues Gewerbegebiet entsteht, ist noch offen
Ob am Ikea-Markt im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach ein neues Gewerbegebiet entsteht, ist noch offen © peter-juelich.com

Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften fordern seit Jahren mehr Gewerbegebiete in Frankfurt. Doch die Flächen sind zuletzt sogar immer weiter geschrumpft.

Als der Ventilhersteller Samson Ende März angekündigte, Frankfurt zu verlassen und ein neues Werk in Offenbach zu bauen, war die Aufregung groß. Der Wegzug zeige einmal mehr, dass es im Stadtgebiet zu wenig Industrie- und Gewerbeflächen für die Neuansiedlung oder Erweiterung von Unternehmen gebe, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, Ulrich Caspar. Der Arbeitgeberverband Hessenmetall sprach von einem „abermaligen Warnschuss“.

Seit vielen Jahren dringen die Wirtschaftsverbände und der DGB gemeinsam auf die Ausweisung mindestens eines großen neuen Gewerbegebiets in Frankfurt. Doch seit der Entwicklung des Areals am Martinszehnten im Frankfurter Norden ist so gut wie nichts mehr passiert. Gleichzeitig ist das Angebot an Gewerbeflächen nach und nach gesunken, vor allem weil Areale in Wohngebiete umgewandelt wurden. Nach Zahlen der Stadt gingen alleine seit dem Jahr 2015 mehr als 60 Hektar Fläche für Industrie und Gewerbe verloren. Die IHK warf der Stadt bereits Anfang 2017 vor, Frankfurt zu deindustrialisieren, Unternehmen und Arbeitsplätze durch Umwandlung von Gewerbeflächen regelrecht aus der Stadt zu drängen.

In Frankfurt ist sehr viel Gewerbefläche in Wohnraum umgewandelt worden

In der Tat hat die Stadt zwar etwa den Osthafen als Industriestandort gesichert, gleichzeitig aber angesichts des Wohnungsmangels lange sehr gern in Kauf genommen, dass überall im Stadtgebiet auf früher gewerblich genutzten Arealen Wohnraum entsteht.

Das soll sich nun ändern. Die neue Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt will keine weitere Umnutzung von Gewerbe in Wohnraum zulassen. Die Stadt hat zudem begonnen, durch Änderung von Bebauungsplänen Gewerbe- und Industriebetriebe in bestimmten Gebieten zu schützen, indem sie dort eine Ansiedlung von Rechenzentren ausschließt. „Wir werden neue Industrie- und Gewerbeflächen entwickeln“, heißt es im Koalitionsvertrag zudem. Doch wo genau diese Gebiete entstehen sollen, steht nicht im Papier.

Entwicklung eines neuen Gewerbegebiets in Nieder-Eschbach hat keine Priorität

Noch vor einem Jahr sah es so aus, als könne ein neues Gewerbegebiet in der Nähe des Bad Homburger Kreuzes am Ikea-Markt in Nieder-Eschbach entstehen. Doch nach Widerstand aus dem Stadtteil gegen eine Bebauung hatte sich die damalige Koalition von CDU, SPD und Grünen schon vor der Kommunalwahl darauf verständigt, zunächst zu prüfen, ob die Entwicklung des Gebiets überhaupt nötig wäre. Dass das Areal im Koalitionsvertrag des neuen Vierer-Bündnisses nicht einmal namentlich erwähnt wird, spricht nicht eben dafür, dass das Bündnis die Entwicklung des Gebiets rasch vorantreiben wird.

Siehe auch: Interview mit neuer Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst.

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