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Kampf um einen Platz vor Feldmanns Zimmer

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Journalist:innen mussten am Mittwochvormittag um einen Platz kämpfen, um ein Video oder Foto machen und um Feldmann überhaupt sehen zu können. Christoph Boeckheler
Journalist:innen mussten am Mittwochvormittag um einen Platz kämpfen, um ein Video oder Foto machen und um Feldmann überhaupt sehen zu können. Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

Die Stellungnahme des Oberbürgermeisters vor der Presse bringt Szenen aus dem Berliner Politikbetrieb nach Frankfurt.

Bitte alle einen Schritt zurück“, ruft der Chef des ZDF-Landesstudio in Hessen laut seinen Kolleg:innen zu. Etwa 50 Journalist:innen müssen sich am Mittwoch im Römer drängeln. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will seine Stellungnahme direkt vor seinem Büro abgeben. So ziemlich jeder andere Ort im Römer wäre geeigneter, überall gibt es mehr Platz, vor allem für die Kamerateams. Doch Feldmann wird seine Gründe haben, warum er fünf Meter vor seiner Bürotür stehen will. Ein Journalist spricht es offen aus: „Der will direkt danach wieder in seinem Zimmer verschwinden.“

Also wird in dem Korridor vor seinem Büro ein Halbkreis gebildet. So etwas kennt man kaum in der Frankfurter Kommunalpolitik. Wenn in Berlin Ministerinnen und Minister eine Stellungnahme abgeben, gibt es solche Szenen häufig, aber im Römer? Es müssen in 15 Minuten Kameras, Mikrofone und Notebooks ausgepackt werden, doch ist der Platz knapp und der Stress groß. „Wir schaffen es alle nicht, wenn wir so laut sind“, sagt ein Journalist gestresst.

Bloß keine Nachfragen

Als Feldmann um 11.32 Uhr aus seinem Zimmer kommt, gehen die Kameras hoch und der Platz wird noch enger. Fast alle haben ihre Masken auf. Immerhin. Einige stützen ihre Blöcke auf den Rücken von Kolleg:innen ab. Ein paar setzen sich auf den Boden zwischen die Beine der anderen, um näher an Feldmann heranzukommen. Da es im Römer schon laut ist, kann man den Oberbürgermeister schlecht hören. Zumal Peter Feldmann noch nie besonders laut gesprochen hat.

Knapp fünf Minuten dauert die Stellungnahme. Dann sagt Feldmann „Vielen Dank“ und dreht sich schnell in Richtung seines Zimmers um. Alle laufen ihm hinterher. Es gibt noch viele Fragen. Als der Reporter des Hessischen Rundfunks ihn anspricht, tippt Feldmann dem Reporter kurz auf die Schulter und geht schnell in sein Zimmer, ohne etwas zu sagen. Es wurde bereits von seinem Büro um Verständnis gebeten, dass Rückfragen nicht möglich sein werden.

Danach geht die Arbeit für die Reporter:inner erst richtig los. Vor dem Kaisersaal und auf dem Römerberg warten Stadtverordnete von CDU und Grünen, von FPD und BFF. Ganz anders als Feldmann wollen sie Fragen beantworten. Geduldig wird Interview nach Interview geführt. Der Tenor ist immer der gleiche: Peter Feldmann kann nicht Oberbürgermeister bleiben.

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