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Der Biologie-Campus der Goethe-Uni soll bebaut werden.
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Der Biologie-Campus der Goethe-Uni soll bebaut werden.

Westend

Kampf ums Grün

  • Nadine Benedix
    VonNadine Benedix
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Die Stadt plant, das Areal zwischen Palmengarten, Grüneburgpark und Botanischem Garten zu bebauen. Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Westend wehren sich dagegen.

Bei einem sind sich die Bewohner des Westends einig: Besonders schön ist ihr Stadtteil wegen der vielen Grünflächen: Dem weitläufigen Grüneburgpark, dem Palmengarten und dem Botanischen Garten. Die Aktionsgemeinschaft Westend kämpft seit mehr als 40 Jahren dafür, dass das so bleibt. Bei einem Rundgang am Grüneburgpark machte sie am Dienstagabend auf Pläne der Stadt aufmerksam, ein mehrgeschossiges Wohnhaus zwischen die Grünanlagen zu bauen.

Alle drei Grünflächen stehen flächenübergreifend unter Denkmalschutz. Trotzdem haben Stadt und Land bereits vor einem Jahr die Absicht bekundet, eine Wohnbebauung zwischen Palmengarten und Grüneburgpark zu planen.

Das städtische Gelände auf Höhe der Siesmayerstraße 66, aktuell Herberge der Kindertagesstätte, soll der Absichtserklärung nach überbaut werden. Der Verkehrsgarten solle Eigentumswohnungen weichen, die Kita würde in das Wohngebäude integriert werden.

Einige Meter weiter, auf dem Gelände des ehemaligen Biologischen Institutes – ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude des Architekten Ferdinand Kramer – soll dazu eine Schule sowie ein Studierendenwohnheim mit rund 100 Plätzen entstehen. Die Fläche befindet sich im Besitz des Landes. Zwei Hektar umfasst das Areal.

Über die Unterbringung einer Schule und eines Wohnheims in dem denkmalgeschützten Gebäude des Biologischen Institutes lasse sich diskutieren, so die AGW. Hierfür fordert sie zunächst eine Machbarkeitsstudie von der Stadt. Eine hohe Bebauung entlang der Siesmayerstraße sei indes untragbar. „Wir lehnen die Pläne aus mehreren Gründen ab“, erklärt Hans-Jürgen Hammelmann, Vorsitzender der AGW. „Ein Gebäuderiegel, der höher als die Linden die aktuell hier stehen ist, beschränkt die Frischluftversorgung der Innenstadt“, so Hammelmann. Dazu käme der ansteigende Verkehr am Ende der Siesmayerstraße. „Wir täten damit uns und der Natur keinen Gefallen“, findet der Linke-Politiker. Rudolf Dederer führt dazu an, dass eine gewerbliche Nutzung der Fläche in dem Kaufvertrag der Stadt Frankfurt über die Grünfläche nicht vorgesehen sei. 1935 hatte die Stadt das Gelände westlich des damaligen IG-Farben Bürogebäudes von derselben erworben. Im Übernahmevertrag war dabei eines klar geregelt: Eine gärtnerische Nutzung der Fläche muss bestehen bleiben. Daran wollen auch die Mitglieder der AG Westend festhalten. „Nun will sich aber die Stadt einfach so über die vertragliche Bindung hinwegsetzen“, sagt Dederer.

Mark Gellert vom Stadtplanungsamt geht auf den Vorwurf nicht ein. Er hält die bauliche Nutzung für durchaus sinnvoll. „Da wir enormen Wohnraummangel haben, sind wir immer auf der Suche nach Bauflächen“, sagt er. In Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz sei es auch möglich, auf den Flächen am Palmengarten zu bauen. „Bisher kann man gar nichts über die klimatischen Auswirkungen sagen“, sagt Gellert. Auch die Art und Höhe der Bebauung stehe noch längst nicht fest: „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit dem Land“, beschwichtigt er. Wann die Entscheidung über einen Bebauungsplan fallen soll ist unklar.

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