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Anne Cellarius hat sich bewusst entschieden, ihren Sohn Emil (23 Monate) allein großzuziehen. Die Aktion findet sie gut. Foto: Monika Müller
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Anne Cellarius hat sich bewusst entschieden, ihren Sohn Emil (23 Monate) allein großzuziehen. Die Aktion findet sie gut.

Alleinerziehende in Frankfurt

Kampagne: Leistung von Alleinerziehenden in Frankfurt soll anerkennt und gewertschätzt werden

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Eine neue Plakat-und Videoaktion vom Frauenreferat zusammen mit dem VGF Frankfurt wirbt die Leistungen der Held:innen des Alltags mehr anzuerkennen. Oft würden Alleinerziehende immer noch stigmatisiert, sagt Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Die gelbe Krake sieht aus wie eine neue Cartoon-Heldin: Sie lächelt, dabei hat sie echt viel gleichzeitig zu jonglieren mit ihren acht Armen: Laptop, Baby, Einkaufskorb, Fitnesshantel, Bohrmaschine, Kochtopf, Fortbildungsbuch, und ach ja, eine kleine Tochter. Das Plakat mit der Krake hängt seit Freitag an der Konstablerwache, unweit der Stelle, an der am nächsten Tag die Stände des Wochenmarkts sind. Frauenreferatsleiterin Gabriele Wenner und Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) streichen es an der Litfaßsäule mit Besen glatt.

„Wir wollen auf die Leistung von Alleinerziehenden aufmerksam machen und für mehr Wertschätzung in der Stadtgesellschaft werben“, sagt Heilig. Alleinerziehende würden oft ignoriert oder stigmatisiert, als sei es ein Makel, alleinerziehend zu sein. „Dabei verdienen sie unsere Hochachtung“, so Heilig. Sie seien Alltagsheld:innen.

Insgesamt hängen in der Stadt 700 Plakate. Und es gibt zehn Tage lang einen Kurzclip mit der Krake auf dem Bildschirm der 600 VGF-Fahrkartenautomaten. Daumenkinos liegen an den Verkaufsstellen aus. Die Aktion ist Teil des Projekts „24/7/365 - Alleinerziehend“. Das hat das Frauenreferat im Frühjahr entwickelt. Gabriele Wenner sagt: „Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen.“ In Frankfurt gibt es rund 16 500 Ein-Eltern-Familien. Mehr als 24 000 Kinder wachsen mit einem Elternteil auf. Bei der Präsentation kommt zufällig Anne Cellarius mit ihrem kleinen Sohn Emil an dem Kraken-Plakat vorbei. „Ich finde die Aktion sehr ansprechend und wichtig. Ich selbst habe mich bewusst entschieden, ein Kind allein zu bekommen. Ich finde es nicht schlimm, alleinerziehend zu sein. Ich habe auch flexible Arbeitszeiten und einen Kita-Platz und arbeite 80 Prozent.“ Gabriele Wenner sagt, dass Cellarius eher die Ausnahme sei. „Die wenigsten entscheiden sich bewusst dafür, ein Kind allein großzuziehen.“

Aber sie betont auch, dass Alleinerziehende kein Mitleid bräuchten, sondern mehr Jobmöglichkeiten mit flexibleren Arbeitszeiten sowie eine passende Kinderbetreuung und bezahlbaren Wohnraum. Alleinerziehende seien tolle Arbeitnehmer:innen. „Die meisten Alleinerziehenden sind wahre Organisationstalente und haben ein ausgeprägtes Zeitmanagement“, so Wenner.

www.alleinerziehende.frankfurt.de

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