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Kampagne gegen Dooring-Unfälle in Frankfurt

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Von: Florian Leclerc

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An der Taunusanlage erinnert ein weißes Ghostbike an die verunglückte Radfahrerin.
An der Taunusanlage erinnert ein weißes Ghostbike an die verunglückte Radfahrerin. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Mit einer Kampagne will die Stadt Frankfurt Dooring-Unfälle vermeiden. 40 Busse wurden mit dem Motiv „Dreh‘ dich um“ beklebt.

Am 30. August verunglückte eine 60 Jahre alte Frau auf dem Fahrrad bei einem Dooring-Unfall an der Taunusanlage. Ein Autofahrer, der dort parkte, öffnete seine Tür, ohne auf den Verkehr zu achten. Die Frau, die keinen Helm trug, stürzte, erlitt eine schlimme Verletzung am Kopf und starb am nächsten Tag im Krankenhaus.

Die Stadt Frankfurt will mit einer Kampagne weitere Dooring-Unfälle verhindern. „Dreh‘ dich um“ heißt die Kampagne. Sie zeigt einen Mann, der den Kopf zum Schulterblick nach links dreht - und zwar fast um 180 Grad -, während er die rechte Hand zu einer imaginierten Autotür führt. Die ist der sogenannte Holländische Griff. Das Straßenverkehrsamt hat 40 Busse mit diesem Motiv bekleben lassen.

Zahl der Dooring-Unfälle ging zurück

„Öffne nach dem Parken die Fahrertür mit der rechten Hand, und schon machst du den Schulterblick nach hinten. Damit verhinderst du schwere Unfälle mit Radfahrenden“ ist dort zu lesen. „Die Botschaft ist klar: ‚Parken, umdrehen, Leben retten‘“, sagte Wolfgang Siefert, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). „Wir tragen das jetzt in die Stadt, wo viele Menschen es bemerken werden: im Verkehr selbst.“ Am Montag fuhr der erste beklebte Bus im Linienverkehr.

Wie das Verkehrsdezernat weiter mitteilte, lag die Zahl der Dooring-Unfälle 2021 in Frankfurt bei 67 Fällen. 2019 seien es 87 Unfälle gewesen, 2017 noch 155. Die Vision sei: null schwer verletzte oder getötete Menschen, sagte Siefert. Die Kampagne greift optisch die vormalige Kampagne „20 Handkäs‘ Abstand“ auf. Dabei warb das Straßenverkehrsamt auf Bussen darum, dass Autofahrer:innen beim Überholen 1,5 Meter Abstand zu Fahrradfahrer:innen halten sollten.

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