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Kammeroper Frankfurt: Das kann ja heiter werden

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Von: Andreas Hartmann

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Proben für Rossinis Oper „Die glückliche Täuschung“ im Frankfurter Palmengarten. Bild: Christoph Boeckheler
Proben für Rossinis Oper „Die glückliche Täuschung“ im Frankfurter Palmengarten. Bild: Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Sommervergnügen: Zum ersten Mal überhaupt in Frankfurt ist Rossinis „Die glückliche Täuschung“ im Frankfurter Palmengarten zu hören

Die klassischen Töne haben ein paar Gärtner angelockt, die hier an der Konzertmuschel im Frankfurter Palmengarten ihre Mittagspause machen – an so einem warmen, sonnigen Tag kann man sich mitten in der Stadt kaum einen schöneren Ort dafür vorstellen. Es duftet nach Gras und Erde, leise plätschern die Rasensprenger, und auf der Freiluftbühne laufen die letzten Proben für das diesjährige Sommerprogramm der Kammeroper.

Die Gärtner und auch das übrige Publikum, das neugierig auf den Rängen sitzt und den Dirigenten Daniel Stratievsky und das Ensemble beobachtet, dürften diese Musik noch nicht kennen – Regisseur Rainer Pudenz, der seit Jahrzehnten Spezialist für die Opern des Komponisten Gioachino Rossini ist und schon einen Großteil des umfangreichen Werks des Maestro aufgeführt hat, gräbt immer neue Schätze aus. Und so ist „Die glückliche Täuschung – L’inganno felice“ mehr als 200 Jahre nach der Entstehung an diesem Samstag zum ersten Mal überhaupt hier in Frankfurt zu hören.

„Dabei war diese Oper im ganzen 19. Jahrhundert sehr bekannt“, berichtet der Dramaturg Bert Bresgen. „Im 20. Jahrhundert ist sie dann fast völlig von der Bühne verschwunden.“ Das ist schade, denn die Musik ist wunderbar, schlank, heiter und wohlklingend. Man merkt, wie sehr der Komponist das große Vorbild Mozart geliebt und bewundert hat. „L’inganno felice“, ein frühes, 1811 in Venedig uraufgeführtes Werk, machte ihn schlagartig auch außerhalb Italiens berühmt.

Oper im Palmengarten Frankfurt

Gioachino Rossinis einaktige Oper „Die glückliche Täuschung – L’inganno felice“ wird am kommenden Samstag, 16. Juli, 20 Uhr, zum ersten Mal überhaupt seit der Entstehung 1811 in Frankfurt aufgeführt. Die Kammeroper kann dafür wieder die stimmungsvolle Bühne im Palmengarten nutzen.

Eigens für die Frankfurter Aufführungen hat Thomas Peter eine neue deutsche Übersetzung angefertigt. Weitere Aufführungen sind jeweils um 20 Uhr am Mittwoch, 20., Freitag, 22., Samstag, 23., Mittwoch, 27. , Freitag, 29. und Samstag, 30. Juli, so´wie am Mittwoch, 3., Freitag, 5. und Samstag, 6. August.

Regie führt wieder Rainer Pudenz , Leiter der Kammeroper Frankfurt, es dirigiert Daniel Stratievsky. Dramaturg ist Bert Bresgen. Karten gibt es bei Frankfurt Ticket, Tel. 069/13 40 400, per Mail an pudenz@kammeroper-frankfurt.de, an den Kassen des Palmengartens und der Abendkasse. aph

Dirigent Stratievsky, der seit 2019 bei der Kammeroper Frankfurt arbeitet, schwärmt von der Kompositionskunst Rossinis und ihrer Qualität. „Diese Musik macht Freude und gute Laune“, meint er. „Sie ist immer noch jung und frisch.“

Fünf Sänger:innen, ein Sprecher, zwei Statisten und 17 Musiker:innen singen und spielen ohne Mikrofone oder sonstige elektronische Hilfsmittel. „Das brauchen wir gar nicht, die Akustik ist hier ganz wunderbar, und ich bin außerdem ein Gegner von Verstärkern“, sagt Regisseur Pudenz. Für ihn sei das ohnehin „die schönste Freiluftbühne Europas“. An einem schönen Abend – die Wettervorhersage für das Wochenende ist hervorragend – kommen viele Besucherinnen und Besucher schon früher zu den Konzerten. Man kann ein Picknick mitbringen und die Kühle genießen, die die alten Bäume spenden.

„Die glückliche Täuschung“ ist ein Stück, das in den Sommer passt, mit einer charmanten Handlung voller Irrungen und Wirrungen. Eine verstoßene Fürstin wird auf dem Meer ausgesetzt, von einem großherzigen Bergmann (!) gerettet und in dessen Familie aufgenommen, schließlich will der Herrscher seine Minen inspizieren und begegnet dort der tot geglaubten Gattin. Aber natürlich gibt es noch eine Intrige …

Klingt das nicht vielleicht doch etwas banal, Herr Pudenz? „Die Charaktere sind sehr vielschichtig und gar nicht läppisch“, sagt der Regisseur. „Und dadurch, dass wir auf Deutsch singen, ist die Geschichte viel besser verständlich und der Witz klarer. Das ist auch für die Sänger eine Herausforderung, nicht nur zu singen, sondern auch zu spielen.“

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