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So wie dieses Haus der Werner-Brüder in der Kalbacher Hauptstraße könnte auch das Gebäude am Kalbacher Ortsrand aussehen.
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So wie dieses Haus der Werner-Brüder in der Kalbacher Hauptstraße könnte auch das Gebäude am Kalbacher Ortsrand aussehen.

Kalbach-Riedberg

Wohnen an der Umgehung

  • vonJonas Wagner
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Für ein Bauvorhaben am Ortsrand müsste der Bebauungsplan geändert werden. Daran üben die Grünen Kritik.

In der Straße Im Wiesengrund sollen Wohnungen entstehen. „Im Zuge der Nachverdichtung würden wir gerne das Grundstück, das sich seit mehreren Jahrzehnten im Familienbesitz befindet, zur Wohnbebauung nutzen, da auch die erforderliche Infrastruktur bereits vorhanden ist“, erklärt Frederik Werner mit Blick auf das Flurstück am Ende der Straße, das er mit seinem Bruder Jan-Peter bebauen will.

Doch es gibt ein Problem: Im seit 1987 für diese Gegend gültigen Bebauungsplan ist auf dem Areal eine öffentliche Grünfläche vorgesehen. Warum just dieses Grundstück von der Wohnbebauung ausgenommen ist, vermag heute niemand mehr zu sagen. Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, kann nur mutmaßen: „Ich gehe davon aus, dass man damals eine Freifläche dort als städtebaulich sinnvoll erachtet hat.“ Schließlich ist „die Schaffung von großzügigen Grundstücksfreiflächen“ eines der Ziele des Bebauungsplans. Doch warum verzeichnet der Plan auf dem Privatgrundstück der Werners eine öffentliche Grünfläche? Gellert hat eine mögliche Erklärung parat: „Ein Bebauungsplan bedeutet nicht, dass man an Eigentumsverhältnissen rüttelt.“ Zwar könnten Grundstücke umgelegt werden, generell sei ein Bebauungsplan jedoch eher eine Art Ideal.

Das Grundstück der Werners sei mehrmals verkleinert worden, für die Umgehungsstraße sowie angrenzenden sozialen Wohnungsbau, erzählt Frederik Werner. Es habe als Lagerfläche für die nahe Apfelweinkelterei der Großeltern gedient, sei seit der Betriebseinstellung 2006 aber ungenutzt. Nun wolle man dort günstigen Wohnraum schaffen: 20 kleine Wohneinheiten, je mit eigenem Bad und Küchenzeile, in erster Linie für Studierende. Ein baugleiches Gebäude haben die Brüder 2019 nahe der U-Bahn-Station Kalbach errichtet. „Dort wohnen zum Großteil Studenten und Azubis“, berichtet Jan-Peter Werner.

Zuspruch kommt vom Ortsbeirat 12

Zuspruch kommt vom Ortsbeirat 12. In der jüngsten Sitzung des Gremiums hatten die Werners ihr Vorhaben präsentiert, nun soll der Magistrat prüfen, warum auf dem Grundstück nicht gebaut werden darf. Zudem bezog das Stadtteilgremium klar Stellung: „Der Ortsbeirat begrüßt grundsätzlich eine Wohnbebauung an dieser Stelle.“ Gegen die Vorlage gestimmt hatte, bei einer Enthaltung der Linken, lediglich die Grünen-Fraktion.

Deren Vorsitzender Ronald Bieber übt scharfe Kritik: „Der ganze Antrag hat ohnehin schon den Duft eines Gefälligkeitsantrags. Dass dann auch noch in der Sitzung auf den Hinweis der Eigentümer eine zusätzliche Zuspitzung hinzugefügt wird, verstärkt diesen Eindruck nur noch mehr.“ Eine von der Wohnbebauung ausgesparte „auffällige Kante“, wie es die Christdemokrat:innen formulierten, könne er „beim besten Willen nicht erkennen“, so Bieber weiter. Kein anderes Gebäude stehe so nah an der Umgehungsstraße. An einem möglichen Flächentausch mit dem benachbarten Hundetrainingsplatz, der als Baufläche ausgewiesen ist, hätte die CDU allerdings „erkennbar kein Interesse“ gehabt.

Die Werner-Brüder sehen in der Nähe zur Landstraße kein Hindernis: Man habe mit Hessen Mobil abgeklärt, dass der erforderliche Mindestabstand von 20 Metern zur Fahrbahn eingehalten werden kann. Ob das Projekt sich realisieren lässt, hängt also von der Änderung des Bebauungsplans ab. Doch hier sieht Dezernatssprecher Gellert wenig Chancen: „Mir scheint, dass es die Grundzüge der Planung betrifft.“

Und dann seien Befreiungen vom Plan sehr unwahrscheinlich. Der Ortsbeirat könne freilich nach der Antwort des Magistrats die Stadtverordnetenversammlung anregen, den Bebauungsplan zu ändern. „Doch da muss man sich auch fragen, ob sich der Aufwand lohnt“, so Gellert.

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