Der FES-Standort in der Kalbacher Max-Holder-Straße wird von Menschen aus ganz Frankfurt aufgesucht.
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Der FES-Standort in der Kalbacher Max-Holder-Straße wird von Menschen aus ganz Frankfurt aufgesucht.

Kalbach

Warteschlangen vor dem Wertstoffhof

  • vonJonas Wagner
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Die Corona-Pandemie führt zu hohem Andrang vor dem FES-Standort. Daher sind längere Öffnungszeiten im Gespräch.

Über den Wertstoffhof Kalbach hagelt es seit Monaten Beschwerden. „Den ganzen Tag stehen Schlangen in beide Richtungen“, berichtet etwa Hans-Josef Schneider, CDU-Fraktionsmitglied im Ortsbeirat 12. Stefan Röttele, Sprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), bestätigt das. Unter der Woche bildeten sich häufig schon vor der Öffnung erste Wagenreihen. Dies liege vor allem an den Sicherheitsvorkehrungen wegen der Corona-Pandemie, maximal zehn Fahrzeuge dürften gleichzeitig auf den Hof.

„Die Corona-Beschränkungen im März und April haben dazu geführt, dass die Menschen massiv entrümpelt haben“, erklärt der FES-Sprecher. Insgesamt suchten seit Beginn der Pandemie zwei- bis dreimal so viele Menschen wie zuvor den Wertstoffhof Nord auf. Und nicht nur dort sei der Andrang gestiegen, auch die Terminanfragen zur Sperrmüllabholung seien durch die Decke gegangen. Zwar sei der Sommer im Vergleich zum Frühjahr etwas ruhiger gewesen, doch „wir haben in den letzten Wochen wieder eine Zunahme bemerkt, auch an Werktagen“.

Recyclinghof

Der Wertstoffhof Nord , Max-Holder-Straße 29, in Kalbach hat aktuell von Montag bis Samstag, 10 bis 16 Uhr geöffnet, Schadstoffe werden von 10.30 bis 15.30 Uhr angenommen. Gegen Gebühr ist auch die Abgabe von Altreifen, Bauschutt und behandeltem Holz möglich. Akten und Datenträger können vernichtet werden. Informationen telefonisch unter der FES-Hotline 08 00-20 08 00 70 oder www.fes-frankfurt.de/ueber-fes/anlagen/wertstoffhoefe.jtw

Nachdem der Ortsbeirat 12 die Zustände auf dem Wertstoffhof moniert hatte, schlug die Stadtverordnetenversammlung Ende Juli unter anderem vor, die Verkehrsführung der Zufahrt zu ändern. Das Kalbach-Riedberger Stadtteilgremium allerdings setzt auf Änderungen im Betriebsablauf. Ein Vorschlag der SPD-Fraktion: Am Wochenende sollen Gewerbeabfälle „nur eingeschränkt oder gar nicht mehr“ angenommen werden, damit Privatpersonen ihren Abfall zügiger loswerden können.

Das sei nur mit einem enormen bürokratischen Mehraufwand umzusetzen, befindet Röttele: „Wir haben das Problem, dass das meistens nicht klar zu unterscheiden ist.“ Nicht klar zu unterscheiden ist auch, wer zu Fuß zum Müllabladen kommt – oder wer sein Auto in einer Seitenstraße parkt und dann an der wartenden Autoschlange vorbei auf den Hof marschiert. Letzteres habe man häufiger beobachtet und deswegen die Anlieferung zu Fuß untersagt, so Röttele. Dass dieses Verbot auch für Fahrradfahrende gelte – wie es unter anderem die Kalbach-Riedberger Sozialdemokrat:innen aufgefasst hatten – sei hingegen „ein Missverständnis gewesen“, sagt der Unternehmenssprecher. „Radfahrer dürfen anliefern.“

Um den Andrang zu entzerren, könnte man die längeren Sommeröffnungszeiten des Wertstoffhofes über den Winter beibehalten – ein Vorschlag, der sowohl in der Stadtverordnetenversammlung als auch im Ortsbeirat aufkam. Aktuell loten die FES und das Umweltamt die Möglichkeit aus. Der Leiter des Sachgebiets Entsorgung im Umweltamt, Michael Eickenboom, zeigt sich der Idee gegenüber prinzipiell aufgeschlossen. Ob sie allerdings umsetzbar ist, hänge von mehreren Faktoren ab – etwa davon, ob das Areal ausreichend beleuchtet und genug Personal vorhanden ist.

Langfristig entzerrt werden dürfte die Situation ohnehin erst, wenn der Wertstoffhof West in Höchst vom derzeitigen Standort in der Breuerwiesenstraße 2 auf das Areal der ehemaligen Breuer-Werke an der Palleskestraße umgezogen ist. Geplant ist die Eröffnung für den Sommer 2021, berichtet FES-Sprecher Röttele. Dann sollen Bürger:innen auch Abfälle wie Bauschutt dort abgeben können. Momentan ist das lediglich auf dem Kalbacher Hof möglich, weshalb dieser auch vor der Pandemie schon teilweise an seine Kapazitätsgrenzen stieß. Denn laut Röttele liefern viele Menschen dort große Mengen an. „Die Infrastruktur ist dafür einfach nicht ausgelegt.“

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