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Tapas aus Papas Küche

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Von: Brigitte Degelmann

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Konstantinos Mavrenas, Jorge Gallet Ballester und Florian Orth (v.l.) betreiben zusammen die Traditionsgaststätte „Zur Linde“ in der Kalbacher Talstraße.
Konstantinos Mavrenas, Jorge Gallet Ballester und Florian Orth (v.l.) betreiben zusammen die Traditionsgaststätte „Zur Linde“ in der Kalbacher Talstraße. © Hamerski

Der Traditionsgasthof „Zur Linde“ heißt jetzt „Papas Küche“. Ein neues Pächtertrio hat den Betrieb übernommen. Auf der Karte stehen Gerichte aus Spanien, Südamerika und Deutschland.

Die Tischplatten wirken so, als hätten sie schon einiges mitgemacht: Dunkle Holzbohlen, zwar sauber abgeschliffen und lackiert, aber doch mit diesem nostalgischen Flair, das an genussvolle, feucht-fröhliche Kneipennächte erinnert. Dabei, verrät Florian Orth (39), seien diese Bretter noch vor einem Jahr vom Wasser des Rheins benetzt worden. Sie stammen von einem alten Bootssteg in der Nähe von Mainz, der im vergangenen Sommer abmontiert worden war.

Zufällig erfuhren Orth und seine Partner Jorge Gatel Ballester (48) und Konstantinos Mavrenas (40) davon und hatten eine Idee: Warum nicht das Holz für den Traditionsgasthof „Zur Linde“ in Kalbach verwenden? Den hatte Gatel Ballester kurz zuvor gepachtet, mit Unterstützung von Orth und Mavrenas. Sie stiegen im November in das Unternehmen „Papa Corazón“ ein – ursprünglich ein Catering- und Partyservice aus Oberursel, der nun auch die „Linde“ betreibt.

Dass dessen damaliges Mobiliar den etwas angestaubten Charme der 1970er-Jahre ausstrahlte und nicht so recht zum südländisch anmutenden Konzept von „Papa Corazón“ passte, konnte das Trio nicht verdrießen. Schließlich bringen die Männer handwerkliche Fähigkeiten mit, die sie beim Verarbeiten der Steg-Bohlen gut gebrauchen konnten. Die daraus entstandenen Platten legten sie auf die ursprünglichen Tische. Dazu kamen neue Lampenschirme, leuchtend-bunte Polster für Stühle und Bänke sowie als Wandschmuck großformatige Fotos aus Kuba und Südamerika – fertig war das neue Interieur von „Papas Küche“, wie die ehemalige „Linde“ nun heißt.

Um die Küche kümmert sich Jorge Gatel Ballester. Der gebürtige Kubaner, in jungen Jahren Mitglied der kubanischen Nationalmannschaft im Rollhockey, arbeitete 15 Jahre als Koch in Spanien, ehe er 2013 nach Deutschland kam. Spanische Tapas und Paella zählen ebenso zu seinem Repertoire wie südamerikanische Spezialitäten, etwa Platanes und Tostones – frittierte Kochbananen – sowie Yucca, also frittierter Maniok, aber auch deutsche Spezialitäten.

Auch vegetarische und vegane Gerichte bereitet er zu. Damit ist er ganz auf der Linie seiner beiden Firmenpartner. Eine Aioli beispielsweise, die im Mittelmeerraum normalerweise aus Eigelb, Öl und viel Knoblauch zubereitet wird, lasse sich auch ohne tierische Produkte herstellen, weiß Konstantinos Mavrenas – indem man einfach Kichererbsen-Wasser verwende.

Er und Florian Orth, die beide aus Hattersheim stammen, haben auch gastronomische Erfahrung gemacht. Als Studenten jobbten sie in Lokalen, später leitete Orth ein Restaurant in Hofheim, wo Mavrenas oft half. In so einem Betrieb sei man eine große Gemeinschaft, wie eine Familie, sagt er. Irgendwann beschlossen sie, mit Jorge Gatel Ballester gemeinsame Sache zu machen. Auch deshalb, weil Florian Orth eine gewisse Affinität zu Spanien und Südamerika hat. Sein Vater habe lange in Spanien gearbeitet und seine Mutter sei sogar in Südamerika aufgewachsen, erzählt er.

Wichtig ist allen dreien, dass frisch gekocht wird, ohne industrielle Zutaten. Und dass möglichst viele ihrer Zutaten aus der Region kommen. Kartoffeln und Zwiebeln beziehen sie von einem Landwirt aus Kalbach, Brot vom hiesigen Bäcker. Und die Würste lassen sie von ihren Vermietern, den Inhabern der Metzgerei Kaiser auf der anderen Straßenseite, fertigen, nach südamerikanischen Rezepten. Das Bier wiederum stammt aus der Taunus Braumanufaktur, und den Apfelwein sollen bald die Kalbacher Kerbeburschen liefern, die ihr Stöffche demnächst vermarkten wollen.

Geöffnet hat „Papas Küche“ vorläufig nur von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 17 bis 22 Uhr, am Wochenende hingegen kümmern sich die Drei weiter um ihren Catering- und Partyservice, den sie ebenfalls von der früheren „Linde“ aus managen. Aber vielleicht könnten sie die Öffnungszeiten irgendwann ausdehnen, überlegen sie.

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