+
Sebastian Reißmann begutachtet den Inselpark in Hamburg.

Riedberg

Standortsuche für Skatepark

  • schließen

Jugendliche und der Ortsbeirat 12 bitten Stadt um Gespräch vor Ort. Platz wäre bei den Volleyballfeldern am Lärmschutzwall der A5 oder zwischen Carl-Hermann-Rudloff-Allee und U-Bahn-Trasse.

Am Riedberg mangelt es an Angeboten für Jugendliche. Das sieht nicht nur Sebastian Reißmann so, der inzwischen so etwas wie lokale politische Prominenz erreicht hat. Der Zwölfjährige setzt sich für den Bau eines Skateparks im Stadtteil ein.

Inzwischen ist Bewegung in die Sache gekommen. „Der Magistrat begrüßt den Vorschlag zur Errichtung eines Skater-Parcours auf dem Riedberg“, hieß es Anfang September von Seite der Stadt. Dieser Stellungnahme vorausgegangen war ein Antrag des Ortsbeirates Kalbach-Riedberg, in welchem das Stadtteilgremium den Magistrat darum gebeten hatte, sich des Projektes anzunehmen und mit Hilfe der Jugendlichen eine solche Skater-Anlage zu entwickeln.

Als mögliche Standorte hatte der Ortsbeirat „die wenig genutzten Volleyballfelder“ am Lärmschutzwall der A5 oder ein Areal zwischen Carl-Hermann-Rudloff-Allee und U-Bahn-Trasse vorgeschlagen.

Man wolle diese Vorschläge intensiv prüfen, hieß es in der Antwort des Magistrats. Aktuell mangele es allerdings an Kapazitäten im dafür zuständigen Fachamt. „Ende des Jahres kriegen wir dann eine Antwort“, erklärt Sebastian Reißmann auf FR-Nachfrage. Der Zwölfjährige war bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung zum wiederholten Mal anwesend und machte sich für eine Ortsbegehung stark. „Dann könnt ihr mal unsere Argumente hören“, sagte er.

Bereits Ende April hatte der begeisterte BMX-Fahrer eine Petition auf der Bürgerbeteiligungs-Webseite der Stadt, „FFM – Frankfurt fragt mich“, eingestellt. Betätige man sich nicht in einem Verein, heißt es dort, gebe es „nur wenige altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten“ für Jugendliche.

Reißmanns Idee erhielt von 300 Personen online Unterstützung, nötig gewesen wären lediglich 200. Viele Unterstützer kommentierten das Anliegen auf der Webseite. „Die Teenager wurden bisher irgendwie komplett vergessen, doch es werden mehr werden in den nächsten Jahren“, schreibt etwa Nutzer Matthias Ritter dort.

Dennoch kam von der Verwaltung zunächst eine Absage: Am Riedberg finde sich keine geeignete Stelle, die ausreichend weit entfernt von der Wohnbebauung sei, um dem Ruhebedürfnis der Anwohner Rechnung zu tragen, heißt es auf der Webseite unter der Petition. „Hinzu kommt, dass der gesamte Riedberg von Landschaftsschutzgebieten umgeben ist“. Deswegen wäre eine Genehmigung für den Bau eines Skateparks am Rande des Ortsteils äußerst unwahrscheinlich.

So unwahrscheinlich aber doch nicht, wie die neuste Entwicklung zeigt. Den Jugendlichen fallen sogar eine ganze Reihe an Standorten ein, „die vielleicht auch nicht jeder im Kopf hat“, so der junge Riedberger im Gespräch mit dieser Zeitung.

Als Vorbild für die Ausstattung des Skateparks könnte die Anlage des benachbarten Ortsteils Kalbach dienen. „Der Kalbacher Skatepark ist echt cool“, sagt Reißmann. Doch aufgrund der Lage am Rande eines Gewerbegebietes sei oft niemand dort. „Man kommt nicht so oft dazu, dorthin zu gehen“.

Mit Hilfe eines Ortstermins möchte er darum die Fachleute der Stadt von einem „eigenen“ Skatepark für den Riedberg überzeugen. Ein entsprechender Antrag der SPD-Fraktion für ein solches Treffen war in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirates eine Runde zurückgestellt worden, da Politiker anderer Fraktionen eine ihrer Ansicht nach nicht ausreichend zweckmäßige Formulierung beanstandeten.

Beim nächsten Zusammenkommen des Stadtteilgremiums könnte also ein solcher Ortstermin geplant werden. Sebastian Reißmann und seine Freunde wären damit ihrem Traum vom Skatepark ein kleines Stückchen nähergekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare