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Stadt verkauft Großmarkt-Areal

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Das Grundstück des Frankfurter Frischezentrums steht vor dem Verkauf. Die Händler haben eine Kaufoption gezogen. Die Linke kritisiert das Grundstücksgeschäft.

Die Stadt Frankfurt hat vor, das gut 13 Hektar große Grundstück, auf dem das Frischezentrum in Kalbach steht, an die den Markt betreibende Frischezentrum Frankfurt am Main Großmarkt GmbH zu verkaufen. Stimmen die Stadtverordneten der nichtöffentlichen Magistratsvorlage zu, dürfte das Areal im kommenden Jahr an die mehrheitlich den etwa 100 Händler:innen im Großmarkt gehörende Gesellschaft übergehen. Die Stadt will zudem ihre eigenen Anteile an dem Unternehmen, das zu 25 Prozent dem Eigenbetrieb Hafen- und Marktbetriebe gehört, verkaufen.

Die Händler:innen nutzen das Grundstück bisher in Erbpacht. Sie haben, wie Andrea Brandl, Büroleiterin von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigt, eine Kaufoption gezogen, die ihnen die Stadt im Jahr 2004 vertraglich zugestanden hatte. Damals hatten sie die Großmarkthalle im Ostend räumen müssen, die dann im Zuge des Neubaus der Europäischen Zentralbank umgebaut wurde.

Die Händler:innen wollen schon seit Jahren das Grundstück kaufen, unter anderem, weil ihnen die jährliche Erbpacht, die sie an den Eigenbetrieb zahlen, deutlich zu hoch ist. Die Verhandlungen haben sich aber sehr gezogen. Das lag unter anderem daran, dass die Stadt auf einer Nutzungsbeschränkung für das Areal bestand, um zu verhindern, dass die Fläche anderweitig beplant werden kann.

Bei dieser Nutzungsbeschränkung bleibe es, versicherte Brandl am Freitag im Gespräch mit der FR. Die Händler:innen hätten nun zudem die Finanzierung für den Kauf des Grundstücks sichergestellt. Zum vereinbarten Preis wollte sich Brandl nicht äußern.

Die Linken im Römer lehnen das Grundstücksgeschäft aus grundsätzlichen Erwägungen ab. „Öffentlicher Grund und Boden darf nicht verkauft werden“, sagt der planungspolitische Sprecher der Fraktion, Eyup Yilmaz. Er hält den Verkauf zudem nicht für notwendig. Auch die Linke sei dafür, dass das Frischezentrum erhalten bleibe und die Händler:innen Planungssicherheit haben, macht er klar. Dazu könne die Stadt aber auch den Erbbauzins für das Grundstück senken. Die ehrenamtliche Stadträtin Margarete Wiemer (Linke) wirft den für den Verkauf zuständigen CDU-Dezernenten Markus Frank, Uwe Becker und Jan Schneider einen unverantwortlichen Umgang mit öffentlichem Eigentum vor. Für diese sei auch der Verkauf öffentlicher Flächen zuerst ein Geschäft, behauptet sie.

Laut Andrea Brandl muss die Stadt dem Kaufwunsch der Gesellschaft zustimmen. Ansonsten werde sie vertragsbrüchig, sagte die Büroleiterin von Wirtschaftsdezernent Frank.

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