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Sport ist noch möglich, aber die Halle in Kalbach ist marode.

Bauarbeiten

Sorgen um marode Leichtathletikhalle in Kalbach

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Die Ortsbeirat 12 erfährt, dass die Sanierung in Kalbach wohl umfangreicher und teurer wird.

Ein teils undichtes Dach und eine marode Fassade prägen schon seit längerem das Bild der Leichtathletikhalle in Kalbach und zeugen damit vom dringenden Sanierungsbedarf der Sportstätte Am Martinszehnten. In der Sitzung des Ortsbeirats 12 am vergangenen Freitagabend informierten daher Sportdezernent Markus Frank (CDU) und Angelika Strötz, Leiterin des Sportamts der Stadt Frankfurt, über den Stand der Pläne.

„Wir haben seit einigen Jahren Kenntnis davon, dass die Halle sanierungsbedürftig ist“, sagt Amtsleiterin Strötz und berichtet von erheblichen Spannungsrissen in der Glasfassade, die zu teilweise undichten Stellen am Dach geführt hätten. Nachdem der Magistrat im vergangenen Jahr nach langer Zeit des Aufschubs einer Sanierung zugestimmt und dafür 4,4 Millionen Euro veranschlagt hätte, habe man sich daher auf die Dach- und Fassadensanierung konzentriert, so Strötz.

Ursprünglich sollte mit der Dachsanierung bereits 2018, mit der Sanierung der Fassade in diesem Jahr begonnen werden. Doch „keine der von uns beauftragten Firmen konnte uns eine Nachhaltigkeit über zehn Jahre hinaus garantieren“, erklärt Strötz die Verzögerung der Arbeiten. Dies entspreche jedoch nicht den Nachhaltigkeitskriterien von Bund und Land. Denn an der geplanten Sanierung beteiligen sich auch der Bund in Höhe von 22 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten und das Land, von dem ein Zuschuss von 1,65 Millionen Euro kommt.

Ein alle fünf Jahre stattfindender Besuch einer Sonderkommission im vergangen Dezember hat laut Strötz ergeben, dass umfangreichere Brandschutzertüchtigungen in der Sportstätte unbedingt nötig werden.

Teile bleiben erhalten

Der aus drei unterschiedlichen Hallen bestehende Gebäudekomplex des Sport- und Freizeitzentrums Kalbach wurde 1992 in Betrieb genommen. Die Stadt hat ihn als eine Stätte konzipiert, in der sowohl Leistungs- als auch Breitensport ein Zuhause finden sollten. Daher wird sie neben der Nutzung durch diverse Sportvereine während des Winterhalbjahres auch als Bundes- und Landesstützpunkt Leichtathletik genutzt. Die Halle hat damit für den Sport eine weit über die Grenzen der Stadt hinausreichende Bedeutung. Aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten wurde eine Sanierung jedoch mehrfach verschoben.

„Das hat zum Nachdenken geführt, ob wir nicht doch mehr Geld in die Hand nehmen sollten, um auch eine wirklich nachhaltige Sanierung garantieren zu können“, berichtet eine beim Sportamt angestellte Ingenieurin. Daher werde in Kürze ein Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die noch 2019 eine abschließende Antwort auf die Frage nach Teilabriss und teilweisem Neubau oder Sanierung geben soll.

Klar ist schon jetzt, dass ein Teilabriss sich nur auf Fassade und Dach des Leichtathletikbereichs beziehen wird. Alle anderen Gebäudeteile, wie Bühnenbereich, Bodenbelag, die Halle, Umkleiden und der Sozialbereich, seien zwar auch sanierungsbedürftig, sollten jedoch in ihrer gegenwärtigen Form erhalten bleiben.

Um den Nachhaltigkeitskriterien von Bund und Land zu genügen, müsste die Sportstätte vermutlich überdies mit einer neuen Heizungs- und Lüftungsanlage ausgestattet werden, so dass eine Nachhaltigkeit auch „für die nächsten 20 bis 30 Jahre gewährleistet wäre“, so das Sportamt. Aufgrund des gewachsenen Umfangs der nötigen Sanierungsarbeiten gibt Sportdezernent Frank zu bedenken, dass die bisher veranschlagten 4,4 Millionen Euro womöglich nicht ausreichten.

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