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Kinder der Kita Traumbaum laufen auf dem Sportplatz des SC Riedberg für sauberes Wasser in Nepal.

Kalbach-Riedberg

Schwitzen für sauberes Wasser

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Der Erlös eines Sponsorenlaufs der Kita Traumbaum geht an ein Projekt in Nepal.

Es ist mehr ein Watscheln als ein Joggen, mit dem sich die Kleinen der Kindertagesstätte Traumbaum von Fähnchen zu Fähnchen über den Sportplatz des SC Riedberg bewegen. Manche an den Händen ihrer Eltern, andere, „die Großen“, im eigenen Tempo. An den Fähnchen angekommen strecken sie der Pädagogin Nina Klippert stolz ihre Arme entgegen. Die markiert mit einem Edding auf einem auf den Trainingsanzügen angebrachten Klebestreifen die zurückgelegten Meter, und ab geht es zur nächsten Station.

„Für jeden Meter zahlen von den Kindern ausgewählter Sponsoren einen Betrag an die Entwicklungshilfeorganisation Viva Con Agua de Sankt Pauli“, erklärt Klippert. Geld geben ortsansässige Unternehmen und Geschäfte, aber auch Tanten, Onkel und Großeltern der Kinder. Der Erlös geht an ein Projekt in der Region Chitwan nahe der indischen Grenze in Nepal. „Mit dem Geld sollen sanitäre Anlagen, Wasserleitungen und Schulungen zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser finanziert werden“, sagt Klippert.

Immer wieder beugt sie sich herab und malt mit einem ermutigenden Lächeln weitere Striche auf die Klebestreifen. Ungefähr siebzig Menschen tummeln sich unter blauem Himmel auf dem Sportplatz. Auf Tischen stehen Thermoskannen mit Kaffee und Tee, Wasserflaschen und Bananen, Nährstoffzufuhr für die Sportler und die Unterstützer. „Wir haben die Veranstaltung offen für alle konzipiert“, sagt Klippert. Nicht nur die Familien aus dem Umfeld der Kita sondern auch Anwohner sind an diesem Samstag am Schwitzen.

Merih Aktas Goellrich und Sandy Mämpel stehen auf dem Feld und feuern ihre fünfjährigen Söhne Levi und Yannik an. „Es ist gut, dass die Kita Traumbaum so umtriebig ist und Eltern und Kinder gleichermaßen immer wieder zu solchen Projekten animiert“, sagt Merih Aktas Goellrich. Die Kinder verstehen den Zusammenhang der Aktion. „Im Morgenkreis in der Kita sprechen sie mit den Erzieherinnen über die Projekte, und beim Abendessen erklären sie uns dann, dass es wichtig ist den Kinder in Nepal zu helfen, damit sie dort kein dreckiges Wasser mehr haben“, erzählt Merih Aktas Goellrich mit sichtlicher Freude.

„Uns als Team der Kita Traumbaum ist es wichtig, die Kinder für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren“, sagt Leiterin Naomi Wille. Das sei der pädagogische Ansatz der Kindertagesstätte. Der Sponsorenlauf ist Teil eines 17 Monate andauernden Schwerpunktes zur Nachhaltigkeit. Erzieherinnen und Kinder haben bereits Pfandsammelboxen angelegt, deren Erlös ebenfalls an Viva Con Agua gehen soll, und Müll von den Straßen und Plätzen gesammelt.

Im November ist ein Upcycling-Workshop für Milchkartons geplant. „Da basteln wir aus den Verpackungen Sankt-Martins-Laternen“, berichtet Naomi Wille. Die sollen dann während einer Vernissage am 23. November in den Räumen der Kita im Annette-Kolb-Weg am Riedberg ausgestellt werden – zusammen mit einer Fotoserie zu den über das Jahr hier gelaufenen Projekten.

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