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Schock über Giftköder-Anschlag

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Die Trauer um die verstorbenen Hunde ist groß am Riedberg.
Die Trauer um die verstorbenen Hunde ist groß am Riedberg. © Michael Schick

2der Schock über die ausgelegten Giftköder im Bonifatiuspark sitzt tief. Sieben Hunde sind daran gestorben. Ortsbeirat, Hundehalter und -halterinnen vermuten einen Zusammenhang zur umstrittenen Hundewiese im Park.

Auch vier Tage nachdem der geliebte Familienhund Buddy, der vierjährige portugiesische Wasserhund, an den Folgen eines Giftköders gestorben ist, sitzt der Schock bei Familie B. noch tief. „Wir haben viel geweint, doch aus den Tränen ist mittlerweile Wut geworden. Wut auf die Menschen, die so etwas tun. Tiere sterben lassen, die ihnen nichts getan haben“, sagt Marc B.

Buddy ist einer von mindestens sieben Hunden, die am Freitag im Bonifatiuspark einen der dort unter den Bänken ausgelegten Giftköder fraßen und an den Folgen starben. Die Tierschutzorganisation Peta spricht gar von zwölf getöteten und 20 weiteren vergifteten Vierbeinern. Heroin und Amphetamine sollen die Köder enthalten haben. Das habe ein Schnelltest beim Tierarzt in Bad Homburg ergeben, bei dem Buddy behandelt wurde und verstarb. „Sein Tod war für uns wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so sehr trifft“, sagt Marc B.

Den Schnelltestverdacht konnte die Polizei nicht bestätigen. Stoffproben der ausgelegten Köder würden zeitnah einer stofflichen Analyse durch ein Fachinstitut unterzogen, teilte sie mit. Daher werde der Bonifatiuspark nicht mit Drogenspürhunden untersucht, erklärt Polizeisprecher Björn Thies. Aktuell sind der Polizei elf Fälle bekannt, sieben der Hunde sind verstorben. „Das beruht nur auf der Zahl der Besitzer, die bei uns Anzeige erstattet haben“, erklärt er, warum derzeit unterschiedliche Fallzahlen publiziert werden.

Entsetzen, Unverständnis, Wut, Trauer – das sind die Reaktionen der User:innen in den beiden Stadtteilgruppen im sozialen Netzwerk Facebook. Und spricht man mit Hundebesitzerinnen und -besitzern auf dem Riedberg, vermuten diese, dass der Giftanschlag etwas mit der erst vor wenigen Tagen verlegten Hundewiese zu tun haben könnte. „Sie befindet sich jetzt auf einem viel genutzten Filetstück im Bonifatiuspark und nicht mehr an den Gleisen. Was vielen Menschen nicht passt“, meint Marc B.

Das meint auch Hundehalterin Beate Matzollek. Sie hatte die Giftköder entdeckt und eingesammelt. „Ich kann nicht ausschließen, dass das zusammenhängt“, sagt sie. Das meint auch Ortsvorsteherin Ulrike Neißner (Grüne). Der zeitliche Zusammenhang sei auffällig. Wurde doch die bereits im Frühjahr 2019 nach einem Ortstermin angeregte Hundeauslauffläche im Bonifatiuspark vor wenigen Wochen endlich installiert. Im östlichen Teil der Grünanlage, direkt neben den U-Bahn-Gleisen.

Laut Neißner wurde jedoch kritisiert, dass die Gleise ein Sicherheitsrisiko für die Hunde darstelle. „Vor wenigen Tagen dann wurden die Schilder plötzlich versetzt. Auf die von vielen Bürgern genutzte Wiese. Ohne den Ortsbeirat darüber zu informieren“, erklärt die Ortsvorsteherin. Was für Gegenwind sorgte, wie auch der Vorschlag, die Wiese zu umzäunen. Ein Plan, den die Grünen-Fraktion trotzdem verfolgt. „Ein eingezäunter Platz hätte den Vorteil, dass man ihn besser kontrollieren kann“, sagt Neißner und warnt zugleich davor, Selbstjustiz als Mittel zu ergreifen. „Das bringt niemandem etwas“, sagt sie.

Das Grünflächenamt spricht bezüglich der Verwirrung wegen der Ausweisung der Hundefläche von einem Versehen. Bei der Kennzeichnung sei zunächst die nordöstliche Teilfläche ausgeschildert worden. „Die nach Bemerken des Irrtums aktuell ausgeschilderte Fläche entspricht der 2019 vom Ortsbeirat beschlossenen Teilfläche des Parks“, sagt Amtssprecherin Lena Berneburg. Eine Einzäunung des Areals werde aber grundsätzlich nicht gemacht.

Nicht weniger geschockt über den Giftköder-Anschlag ist Carolin Friedrich (CDU), die wie Neißner Hundehalterin ist und seinerzeit Ortsvorsteherin war, als die Diskussion um die Hundewiese entflammte. „Deswegen weiß ich, wie hochsensibel das Thema ist. Alle Interessen zu vereinen, ist schier unmöglich“, sagt sie. Auch wenn sie die Hoffnung hat, dass die ausgelegten Köder nicht mit der Diskussion um die Hundewiese zu tun haben, schließt es sich nicht aus. „Dabei haben wir doch im Ortsbeirat alles dafür getan, eine gute Lösung zu finden. Und jetzt das. Zu solch einer drastischen Selbstjustiz zu greifen, dafür fehlt mit jedes Verständnis“, sagt sie.

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