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Preis für Autor Chris Colfer

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„Tale of Magic: Die Legende der Magie“ erhält den Literaturpreis Kalbacher Klapperschlange.

Nova fand es „atemberaubend“ und „mochte es nicht zur Seite legen“. Torben mag sowieso Bücher, „die mit Fantasie sind“. Chris Colfers „Tale of Magic: Die Legende der Magie – Eine geheime Akademie“ wurde mit den Stimmen auch dieser beiden Kinder zum Siegerbuch der 35. Kalbacher Klapperschlange gewählt.

Der Autor darf sich über eine ungewöhnliche Auszeichnung freuen, die in ihren Anfängen als bundesweit erste dieser Art von einer Jury vergeben wurde, die allein aus jungen Leser:innen besteht. Der zudem nicht ausgesuchte Mitglieder angehören, sondern die sich alljährlich neu und quasi von selbst gründet.

322 Jungen und Mädchen haben in diesem Jahr Punkte vergeben und insgesamt 2038 Bewertungen geschrieben. 221 Teilnehmer:innen haben innerhalb von sieben Monaten mindestens fünf Bücher gelesen. Es gab jedoch auch deutlich hungrigere Leser:innen; selbst bei 60 und damit der Gesamtzahl aller Schmöker, die für die Zweit- bis Neuntklässler zur Auswahl standen, war bei einzelnen davon noch nicht Schluss. Zwei Mädchen gaben Eindrücke von jedem Werk wieder.

„Wir haben versucht, den Autor zu erreichen“, erzählte Christine Matthias vom veranstaltenden Kinderverein des Frankfurter Stadtteils bei der Preisverleihung am Samstag vor der Alten Turnhalle. Doch der US-Amerikaner, der vor allem älteren Junggebliebenen vielleicht eher als Darsteller aus der Serie „Glee“ bekannt sein dürfte, meldete sich noch nicht zurück. Sein deutscher Verlag versicherte jedoch, man freue sich sehr über die Ehre und die Beliebtheit des Werks beim jungen Publikum.

Erstmals seit Beginn des ersten pandemiebedingten Lockdowns konnte die Kinderbuchmesse, in die die Preisverleihung traditionell eingebettet ist, in fast gewohnter Form stattfinden. Die Ehrung wurde allerdings draußen vor der Tür vorgenommen. Wegen der Brandschutzvorschriften waren nicht mehr als 200 Leute gleichzeitig in der kleinen Sportstätte zugelassen, wo auf Tischen schon wieder neue Nahrung für die Leseratten lag und Adventskalender vorweihnachtliche Stimmung verbreiteten. Auf der Bühne gab es eine Bastelaktion, und wer sich lieber überraschen lassen als ein Geschenk selbst aussuchen wollte, der konnte für einen Euro gut gefüllte Wundertüten erwerben.

Nicht ausgeschlossen ist, dass die neuen Werke, die da nicht nur die jüngere Generation zum Reinschnuppern einluden, beim nächsten Mal in dem Angebot erscheinen, das die Verlage schicken, damit die jungen Besucher:innen der Stadtteil-Bücherei aus diesem heraus die 60 bestimmen, die 2023 die Chance auf die Klapperschlange haben.

An insgesamt 13 Ausleihstellen konnten sich die Juror:innen zuletzt bedienen. Eine davon hätte die August-Jaspert-Grundschule sein sollen, die eine perfekte Quote vorweisen konnte: Alle etwa 20 Kinder, die sich ursprünglich zum Mitbestimmen angemeldet hatten, blieben bis zum Schluss dabei und erfüllten die Mindestanforderungen.

Anke Schröder, die die schuleigene Bibliothek schon über viele Jahre hinweg ehrenamtlich leitet, hat während der Corona-Krise die Ausleihstelle aus der zeitweise geschlossenen Schule in ihr eigenes Haus verlegt. Beim ersten Mal, während der Hochzeit des Virus, gab sie die Bücher in ihrem Garten aus. Nachdem das gut angelaufen war, beschloss sie, den neuen Ort beizubehalten, auch wenn die meisten Einschränkungen nicht mehr gelten. Für die Klapperschlange müsse man gar nicht viel werben, sagte Schröder. Treue Fans brächten Freunde mit. Trotz aller Unkenrufe scheint Lesen auch bei denen, die es noch nicht lange können, weiter oder wieder in zu sein.

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