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Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU) hat einige Idee für den Riedbergplatz.
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Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU) hat einige Idee für den Riedbergplatz.

Kalbach-Riedberg

„Man könnte den Riedbergplatz mehr begrünen“

  • vonJonas Wagner
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Ortschefin Carolin Friedrich (CDU) blickt mit der FR auf das Jahr 2020 zurück. Im Interview erläutert sie, wie man den Riedbergplatz zu einem attraktiven Treffpunkt gestalten könnte und warum es im Frankfurter Norden an Schulräumen und Ärzten fehlt.

Carolin Friedrich (52) ist seit 2011 Mitglied der CDU im Ortsbeirat 12 und seit 2012 Ortsvorsteherin des Stadtteilparlaments. Sie arbeitet als Verwaltungsangestellte an der Frankfurter Goethe-Universität.

Corona und ein Baustellenbrand haben den Umzug der IGS Kalbach-Riedberg in die Gräfin-Dönhoff-Straße 2020 verzögert. Damit werden die Holzpavillons in der Carl-Hermann-Rudloff-Allee nicht frei für die Grundschule Riedberg 3. Wie könnte Ihrer Meinung nach der Engpass überbrückt werden?

Schwierige Frage. Sowohl die Marie-Curie-Grundschule als auch die Grundschule Riedberg 3 – die ab Februar Judith-Kerr-Schule heißt – müssen im kommenden Schuljahr 200 Erstklässler aufnehmen und wissen nicht, wohin. Es gibt deutlich weniger Viertklässler, die die Schulen verlassen. Ähnlich geht es der IGS, an der es dann einen Abschlussjahrgang gibt, der besonders betreut werden muss. Wir als Ortsbeirat können leider nur auf den Missstand hinweisen und hoffen, dass das Amt für Bau und Immobilien eine Lösung findet.

Wegen Corona war der Andrang am Wertstoffhof Kalbach groß. Dies hat zu langen Wartezeiten geführt. Stadt und FES denken über längere Öffnungszeiten nach. Reicht das aus?

Schon vor Corona war der Andrang groß, gerade am Wochenende. Wir wissen, dass die Anlieger stark betroffen sind, etwa durch zugeparkte Einfahrten. Die Sommeröffnungszeiten im Winter beizubehalten, ist eine Überlegung. Man könnte auch über feste Öffnungszeiten für gewerblichen Müll, eine Umstrukturierung des Kofferraumservices, ein Ticketsystem oder bauliche Veränderungen auf dem Gelände nachdenken.

Eines der dominierenden Themen im vergangenen Jahr war die Schließung des Fachärztezentrums am Riedbergplatz. Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit die medizinische Versorgung im Stadtteil weiter gesichert ist?

Neben der Psychologin, die noch im Fachärztezentrum tätig ist, und dem Kinderarzt Dunsch, der jetzt nicht weit entfernt im Mertonviertel praktiziert, brauchen wir einen weiteren Kinderarzt, eine Gynäkologin und mindestens einen zusätzlichen Hausarzt. Wir können nur hoffen, dass die Praxisräume des Fachärztezentrums weiter an Ärzte untervermietet werden.

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat 12 kümmert sich um Belange der 21 800 Menschen, die in Kalbach und am Riedberg leben. Stärkste Fraktion im Stadtteilgremium ist die CDU mit sieben Sitzen, gefolgt von SPD und Grünen mit jeweils vier Mandaten. Die FDP hat zwei Sitze, Linke und BFF jeweils einen.

Die erste Ortsbeiratssitzung im neuen Jahr ist voraussichtlich am Freitag, 15. Januar, um 20 Uhr im Großen Saal des Saalbaus Nidda, Harheimer Weg 18-24.

Die FR blickt mit allen 16 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in Frankfurt zurück auf das Jahr 2020. Die Serie erscheint in loser Folge. jtw

Im Sommer wurden Missstände in der Flüchtlingsunterkunft am Alten Flugplatz Kalbach / Bonames bekannt, dann schloss das beliebte Towercafé. Wie geht es mit dem Areal an der Nidda weiter?

Nach jetzigem Stand läuft die Nutzung der Flüchtlingsunterkunft Ende 2021 aus. Es ist nicht angedacht, sie zu verlängern. Damit gibt es neue Perspektiven für den Alten Flugplatz. Gut, das Towercafé hatte schon länger Schwierigkeiten, die Schließung wegen Corona hat es nicht besser gemacht. Doch einige Akteure erarbeiten neue Konzepte, etwa in Richtung Umwelt und Naherholung. Wir sind gespannt, was sie uns vorstellen.

Stichwort: Freizeit. Jugendliche am Riedberg wünschen sich mehr Angebote. Aber fast alle Flächen um Kalbach und Riedberg unterliegen dem Landschaftsschutz. Wie können Sie die Jugendlichen unterstützen?

Wir werden dranbleiben und gehen nochmal in Gespräche mit dem Grünflächenamt. Denn die Kinder und Jugendlichen wollen ja in ihrem Ortsbezirk bleiben, der Weg zur Skateanlage am Martinszehnten ist ihnen zu weit. Da müssen wir Angebote in der Nähe schaffen.

Auch an Sportplätzen und -hallen mangelt es im Frankfurter Norden. Jetzt soll an der Altenhöferallee, gegenüber der Anlage des SC Riedberg, ein neues Sportareal entstehen. Reicht das aus, um die Lücke zu schließen?

Was die Sportanlagen angeht, denke ich: ja. Dass wir auf dem Gelände eine Halle bekommen, halte ich für einen großen Gewinn. Schließlich soll sie von der dritten Grundschule als auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden. Weil die Anlage aber nicht so groß ist, muss das Gelände drumherum geschickt eingeteilt werden, damit dort weitere am Riedberg gewünschte Sportarten Platz finden. Angedacht ist, eine Ecke für den Skatepark abzuzwacken – das würde aber die Vereine beschränken. Daher warten wir händeringend auf die Vorstellung der neuen Pläne.

Die Umgestaltung des Riedbergplatzes ist seit Jahren ein Thema. Die Stadt hat angekündigt, die Fläche zum Teil zu entsiegeln, um Bäume zu pflanzen. Was müsste Ihrer Meinung nach noch geschehen, damit der Platz zu einem beliebten Treffpunkt wird?

Die Betonmauern könnte man entweder begrünen oder ersetzen. Sicherlich wird nicht der ganze Platz umgegraben, denn darunter verlaufen Versorgungsleitungen. Aber Hecken oder Bewuchs statt der Betonabgrenzung stehen auf dem Plan. Dann muss man schauen, ob sich Platz für Bäume findet. Ein angedachter Termin mit dem Grünflächenamt ist wegen Corona ausgefallen.

Das Stadtteilgremium setzte sich dafür ein, dass die U9 mit mehr Wagen verkehrt. Das soll jetzt morgens so sein. Welche Verbesserungen wünschen Sie sich noch für den öffentlichen Nahverkehr in Kalbach-Riedberg?

Neben Wartehäuschen in der Hans-Leistikow-Straße und an den Bushaltestellen an der Riedbergallee wünschen wir uns, dass beide Ortsteile besser an das Nachtbusnetz angeschlossen werden. Zudem sollten Streckenführung und Taktung der Buslinien 28 und 29 optimiert werden.

Welche Projekte haben in diesem Jahr Priorität?

Da wird uns vor allem der Rad- und Individualverkehr – Stichwort Elektromobilität – der Umzug der IGS sowie die Digitalisierung an den Schulen beschäftigen.

Interview: Jonas Wagner

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