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Kritik an geplanter Begrünung für Riedbergplatz

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Funda Özdemir (l.) und Tolga Caliskan lehnen die geplante Baumreihe an ihren Lokalen ab. boeckheler
Funda Özdemir (l.) und Tolga Caliskan lehnen die geplante Baumreihe an ihren Lokalen ab. © Christoph Boeckheler

Eine Gastronomin und der Betreiber eines Eiscafés am Riedbergplatz befürchten, dass sie durch die Umgestaltung künftig weniger Gäste bewirten können. Auch beklagen sie, dass die Stadt sie nicht vorher einbezogen hat.

Ich habe erst durch eine Facebook-Gruppe erfahren, wie der Platz umgestaltet werden soll“, sagt Funda Özdemir, die seit 13 Jahren das Restaurant Park Avenue am Riedbergplatz betreibt. Die vom Grünflächenamt geplante Umgestaltung bereitet ihr Sorgen. Neben der großflächigen Begrünung des Platzes soll auch vor den gastronomischen Betrieben eine Baumreihe gepflanzt werden. „Wenn da Bäume hinkommen, fallen für uns viele Plätze aus“, befürchtet Özdemir.

Direkt neben ihrem Restaurant befindet sich das Eiscafé La Piazza. Besitzer Tolga Caliskan teilt die Sorgen. „Wir hatten durch die letzten zwei Jahre Corona in der Gastro schon eine harte Zeit.“ Durch die Umgestaltung könnte sich seine Terrasse verkleinern. Aber vor allem die Zeit der Bauarbeiten könnte ein Problem für sein Geschäft werden. „Die Pflanzen kommen im Frühjahr oder Sommer. Das ist eine wichtige Zeit für uns. Und wenn fast meine ganze Terrasse für eine Saison null und nichtig gemacht wird, können wir mit sechsstelligen Umsatzeinbußen rechnen.“ Außerdem könnten die Bäume Tiere anziehen und würden Dreck verursachen. „Wir müssten dann noch öfter putzen als wir es schon machen“, so Caliskan.

Nachdem die beiden von der Planung erfahren hatten, kontaktierten sie Carolin Friedrich, die für die CDU im Ortsbeirat 12 sitzt. Mit einem Antrag wollte sie den Magistrat bitten, das Gespräch mit den Gastronom:innen zu suchen. Dieser wurde jedoch in der jüngsten Sitzung von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Es sei lange genug Zeit gewesen, sich zu beteiligen, so etwa Ortsbeirat Nils Müller (Grüne).

„Darüber waren wir sehr traurig“, sagt Caliskan. „Wir sind ja auch irgendwie ein Teil vom Riedberg und das gibt uns das Gefühl, dass wir egal sind, weil unsere Meinung nicht zählt.“ Özdemir wünscht sich ein Gespräch mit dem Grünflächenamt, um ihre Situation darstellen zu können. „Wir sind hier schon so lange ansässig. Ich fände es fair, dass sie sich unsere Meinung auch anhören.“

Auf den Wochenmarkt, der auf dem Platz stattfindet, sei bei der Planung Rücksicht genommen worden. Mit den gastronomischen Betrieben aber wurde nicht gesprochen. „Wir wussten vorher gar nicht, dass es so eine Planung gibt, sagt Özdemir. Darüber hat uns keiner informiert.“ Sie verstehe außerdem nicht, weshalb direkt in Angrenzung an die Lokale Bäume gepflanzt werden sollten. „Ein bisschen Grün vor der Gastronomie hört sich vielleicht schön an“, sagt sie. In der Realität habe es aber eher negative Auswirkungen für sie.

Bereits vor der Planung des Grünflächenamts hätten die beiden Gastronom:innen versucht, den Platz vor den Lokalen mit Pflanzenkübeln etwas grüner zu gestalten. Tolga Caliskan sagt, er hätte sich gefreut, wenn er in die Planung mit eingebunden worden wäre. „Ich würde mich da mit voller Kraft reinhängen. Kaum einer kennt den Platz schließlich so gut wie wir.“

Bei dem Ortstermin mit dem Grünflächenamt im Sommer 2021 waren aber weder er noch Funda Özdemir eingeladen. „Wir sind auf jeden Fall für die Begrünung. Wir wollen, dass der Platz noch lebenswerter wird“, sagt Caliskan. „Nur bitte nicht auf unsere Kosten.“ (Kiki Bruder)

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