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Kindern am Riedberg Gehör verschaffen

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Auf den Spielplätzen am Riedberg fehlten Schattenspender, sagt die neue Kinderbeauftragte Bieber.
Auf den Spielplätzen am Riedberg fehlten Schattenspender, sagt die neue Kinderbeauftragte Bieber. © Peter Jülich

Eva Bieber ist die neue Kinderbeauftragte für den Riedberg. Sie will sich etwa dafür stark machen, dass die Spielplätze im Viertel mit Schattenspendern ausgestattet werden.

Kinder werden selten gehört, weil sie keine Wähler oder Steuerzahler sind“, sagt Eva Bieber, die neue Kinderbeauftragte für den Riedberg. „Während der Pandemie habe ich gemerkt, dass es vorrangig um die Erwachsenen ging. Die Kinder mussten sehr viel in Kauf nehmen.“ Das habe sie durch ihre beiden schulpflichtigen Kinder mitbekommen. „Sie müssen mehrere Stunden im Unterricht mit Maske sitzen und sich ständig testen. Wenn man das den Erwachsenen zumuten würde, gäbe es einen Riesenaufschrei.“

Die Aufgaben der Kinderbeauftragten kennt sie bereits durch ihren Mann Ronald Bieber, der das Amt vor ihr ausführte. Dieser rückte im Laufe der letzten Wahlperiode für die Grünen in den Ortsbeirat 12 nach und übernahm schließlich auch den Fraktionsvorsitz. „Das war dann irgendwann zu viel“, so Eva Bieber. Die 46-Jährige selbst gehört der FDP am Riedberg an. Mitglieder ihrer Partei seien auf sie zugekommen und hätten sie gebeten, das Amt zu übernehmen. Bereits im Juni 2021 wurde sie vom Ortsbeirat als Kinderbeauftragte vorgeschlagen. Wegen eines Fehlers – auf der Urkunde stand Kalbach statt Riedberg – musste der Prozess nochmal von vorne begonnen werden. Deshalb kam es erst im Januar 2022 zur Ernennung durch den Magistrat.

Endlich im Amt ist die Riedbergerin motiviert, sich für die Kinder in ihrem Stadtteil einzusetzen. „Eine Ausbildung in dem Bereich habe ich nicht, aber ich bin gut mit den Schulen und Kindergärten vernetzt.“ Die studierte Juristin kümmert sich seit einigen Jahren hauptsächlich um ihre drei Kinder. Außerdem leitete sie einige Jahre einen Kinderspielkreis in der evangelischen Riedberggemeinde. Auch jetzt sei sie noch ab und zu dort aktiv.

Einer ihrer ersten Schritte sei es, Kontakt zu den Krabbelstuben, Kindergärten und Schulen im Stadtteil aufzunehmen und sich vorzustellen. „So sollen alle Kinder erfahren, dass sie mich bei Problemen ansprechen können.“ Außerdem gibt es eine Homepage, auf der ihre Kontaktdaten leicht zu finden sind.

Doch die Kinderbeauftragte möchte nicht nur Ansprechpartnerin sein, sondern auch bestehende Probleme angehen. „Der Riedberg ist ein ganz neuer Stadtteil mit tollen neuen Spielplätzen und schönen Parkanlagen, aber mir ist immer wieder aufgefallen, dass im Sommer zum Teil der Schatten fehlt. Manche Spielplätze sind so konstruiert, dass dort in zehn Jahren kein Baum stehen wird.“ Gerade in Zeiten des Klimawandels müsse da nachgebessert werden. „Ich habe das Gefühl, das hatten die Stadtplaner gar nicht auf dem Plan.“, so Bieber.

Außerdem beteiligt sie sich an dem Frankfurter Projekt „Stadt der Kinder“. Die Kampagne wird jährlich vom Kinderbüro organisiert und soll Kinder über ihre Rechte durch die UN-Kinderrechtskonvention aufklären. Für den Riedberg hat die evangelische Jugendhilfe im Frankfurter Norden das diesjährige Programm organisiert. „Der thematische Schwerpunkt wird auf den Rechten geflüchteter Kinder liegen“, sagt Bieber. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der ersten Juniwoche werde eine Künstlerin mit den Kindern basteln und sich dabei mit den Themen Sicherheit und Zuhause auseinandersetzen.

Kontaktdaten und mehr Infos: www.riedberg-kinder.de

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