Kalbach-Riedberg

Solidarisch mit Moria

  • vonJonas Wagner
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Der Ortsbeirat in Kalbach-Riedberg spricht sich für Aufnahme von Geflüchteten aus Moria aus. Wo sie untergebracht werden sollen, ist noch offen.

Etwa 1800 Kilometer trennen Kalbach-Riedberg vom Elend der geflüchteten Menschen auf der griechischen Mittelmeerinsel Lesbos. Doch nachdem dort das heillos überbelegte Flüchtlingslager Moria abbrannte und tausende Menschen über Nacht Obdach sowie Hab und Gut verloren, rückte im Frankfurter Norden die Solidarität auf den Plan. Hatte sich zunächst die Römerkoalition (CDU/SPD/Grüne) Mitte September bereiterklärt, Geflüchtete aus dem zerstörten Camp aufzunehmen, zog der Kalbach-Riedberger Ortsbeirat jetzt nach.

In einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen mit Ausnahme der BFF, sichern die Lokalpolitiker:innen der Stadt Frankfurt ihre Unterstützung zu. „Mit dem Antrag geben wir ein Signal an die Stadt: Wir können die Menschen bei uns aufnehmen“, erklärt Stefan Müller (CDU). Gleichzeitig kritisierte er die Zustände in dem Lager auf Lesbos: „Die EU tut viel zu wenig.“ Lange hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Initiativen mehrerer Kommunal- und Landesregierungen blockiert, die eigenhändig Geflüchtete aufnehmen und unterbringen wollten. Nach dem Brand des Moria-Camps lenkte die schwarz-rote Bundesregierung schließlich ein und erklärte sich bereit, insgesamt etwa 1500 als schutzbedürftig anerkannte Menschen sowie bis zu 150 unbegleitete Minderjährige von Lesbos nach Deutschlang zu holen.

Wo die Geflüchteten in den beiden Stadtteilen Kalbach Riedberg untergebracht werden sollen, steht noch nicht fest. Die SPD, die den Antrag initiiert hatte, wollte eine Unterbringung in der provisorischen Geflüchtetenunterkunft auf dem Alten Flugplatz Kalbach/Bonames prüfen lassen. Dieser Passus flog aber aus dem Antrag, da die Unterkunft bis Ende 2021 geschlossen werden soll.

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