Kalbach

Kalbach: Gefahr für spielende Kinder

Vor zwei Jahren wurde der Kalbach renaturiert. Seither wächst und gedeiht es dort prächtig. Der Ortsbeirat indes füchtet um die Sicherheit spielender Kinder entlang des Ufers und fordert den zugewachsenen Bach freizulegen.

Von Judith Dietermann

Langsam plätschert der Kalbach durch den Freizeitpark des Stadtteils. Er ist gut zu hören, aber weniger gut sehen. Vor allem im Frühling und im Sommer. Das kritisierte zumindest erneut der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg), der von der Stadt forderte, den Bachlauf doch regelmäßig freizulegen. In seinem jetzigen, schlecht sichtbaren Zustand sei der Bach zwar vielleicht schön und naturnah, aber auch ein potenzielles Sicherheitsrisiko für die im Park spielende Kinder, so die Stadtteilpolitiker.

Einmal jährlich, wie auch an allen anderen Bächen und Gräben im Stadtgebiet, würde die Stadtentwässerung aktiv und Mäh- und Reinigungsarbeiten durchführen, heißt es jetzt in einer Stellungnahme des Magistrats. Wegen der naturschutzrechtlichen Vorgaben und aus Rücksicht auf die Tierwelt müssten diese Arbeiten zwischen Oktober und Februar ausgeführt werden. So sei es im vergangenen Jahr geschehen, und so werde es auch dieses Jahr sein, heißt es weiter.

2017 wurde der natürliche Bachlauf des Kalbachs wieder hergestellt und an den Weiher angeschlossen, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen. Dafür hat die Stadt 210 000 Euro investiert.

Aus naturkundlicher Sicht habe sich der Bachlauf seit der Umgestaltung „erfreulich entwickelt“, so der Magistrat. So wachsen an den Ufern des Kalbachs für den Standort typische Pflanzen wie Mädesüß, Blutweiderich und Zottiges Weidenrößchen, Schwarz-Erle beginnt dort zu wachsen.

Stadt freut sich über renaturierten Bachlauf

Im Bachbett selbst wachsen unter anderem Igelkolben, Rohrkolben und Sumpf-Segge. Auch registriert wurden bereits Bachröhricht, Brunnenkresse, Bachbunge sowie der in Hessen bestandsgefährdete, in Frankfurt für kleine Bäche und Gräben jedoch typische Knotblütige Scheiberich.

Das dichte Bachröhricht bedeckte das im Spätsommer ohnehin nur spärlich fließende Wasser, so dass der Baum kaum wahrnehmbar sei, so der Magistrat. Um den Bach freizulegen, müsste mehrmals im Jahr die rasch wachsende Brunnenkresse aus dem Bachbett geräumt werden. Dies untersage jedoch das Hessische Wassergesetz, da der Kalbach, wie auch vom Ortsbeirat einst gefordert, naturnah gehalten werde.

Mit Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt soll die Insel zwischen neuem und altem Kalbach – mit der Umgestaltung vor zwei Jahren wurde auch ein Altarm angelegt – der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Neben den bereits vor dem Umbau dort wachsenden Gehölzen habe sich aus den ehemaligen Scherrasen ein blütenreicher, von zahlreichen Insekten besiedelter Stauden- und Grasbestand mit Wiesenflockenblume, Malve, Wegwarte und Wilder Möher herausgebildet.

Die übrigen Flächen des Freizeitparks würden wie vor dem Umbau des Bachlaufs vom Grünflächenamt intensiv gepflegt.

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