Vereinschef Reinhard Vanhöfen hatte die Idee zum Boot Camp.
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Vereinschef Reinhard Vanhöfen hatte die Idee zum Boot Camp.

Kalbach

FC-Kalbach: Reifenspringen statt Kicken

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Der FC Kalbach setzt in der Corona-Zeit erstmals auf eine Sportart, die wenig mit Fußball zu tun hat. Seit kurzem bietet der Verein ein Boot Camp an. Jeder kann bei dem Fitnesstraining mitmachen.

Den FC Kalbach gibt es seit 1948. In all diesen Jahren ging es immer nur um Fußball. Nun betritt der Verein Neuland. Mit dem Boot Camp bietet er ein Programm an, das viele Mitglieder und andere Bewohner Kalbachs ansprechen soll, die sich an der frischen Luft fit halten wollen - auch ohne Fußball zu spielen.

Boot Camp, das klingt im ersten Moment martialisch, erinnert an quälende Einheiten der US-Army. So soll es aber gar nicht sein, erklärt Reinhard Vanhöfen, Erster Vorsitzender des Vereins. „Es geht vor allem um Fitness.“

Das Boot Camp des FC Kalbach ist ein Ganzkörper-Outdoortraining. Unter Anleitung einer Trainerin werden die Muskeln des Körpers gekräftigt und die Ausdauer trainiert. Genutzt wird das eigene Körpergewicht der Teilnehmer sowie einzelne Tools. Zu diesen zählen unter anderem alte Lastwagenreifen, die der Verein gebraucht gekauft hat, an denen Übungen gemacht werden. Auch Medizinbälle, Seile oder Gewichte kommen zum Einsatz.

Das Training

Das Boot Campfindet vorerst immer mittwochs (19 bis 20.30 Uhr) und freitags (20 bis 21.30 Uhr) auf der Sportanlage des FC Kalbach, Am Hopfenbrunnen 51, statt. 

Die Schnupperstundeist umsonst. Danach kostet die Teilnahme pro Termin zehn Euro, eine Zehnerkarte ist für 90 Euro zu haben. Vereinsmitglieder zahlen nichts.

Anmeldungenwerden per E-Mail an bootcamp@fc-kalbach.de entgegengenommen. 

So ist das Boot Camp ein bewusst niedrigschwelliges Angebot, was Reinhard Vanhöfen wichtig ist. „Es findet draußen statt, benötigt kaum Equipment, jeder kann mitmachen.“

Das war bisher im Verein anders, denn es gab ja nur Fußball, „und der war wie fast überall sehr männlich geprägt“. Ein Verein wie der FC Kalbach sollte aber, so hatte es sich Vanhöfen bei seinem Amtsantritt im März 2018 vorgenommen, für alle Menschen im Stadtteil da sein, zu einer sozialen Anlaufstelle werden, fester Bestandteil im Leben vor Ort. „Also mussten wir uns überlegen, wie wir weitere Leute abholen und einbinden konnten.“

Der Vorsitzende stieß bei seiner Recherche auf den Fitness-Trend und erkannte, dass ein entsprechendes Angebot beim FC Kalbach umzusetzen sei. Im April sollte es los gehen, doch dann kam Corona. Die Voraussetzungen waren aber alle geschaffen, und nachdem bekannt wurde, dass Sportvereine wieder ihren Betrieb vorsichtig aufnehmen können, gingen Vanhöfen und seine Kollegen an den Start.

Die ersten Einheiten haben bereits stattgefunden. Es sind vor allem Frauen, die teilnehmen, im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Knapp 20 Personen sind pro Einheit zugelassen, unter Einhaltung eines eigens verfassten Hygienekonzeptes: keine Umkleiden, 1,5 Meter Abstand, Anwesenheitsliste, Zutritt nur über den Haupteingang, keine Zuschauer. Vanhöfen freut sich: „Ich denke, gerade in dieser Zeit ist so ein Angebot im Freien für die Menschen eine Möglichkeit, auf andere Gedanken zu kommen.“

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