Einen Bikepark wie hier bei Berkersheim wünscht sich auch der Ortsbeirat 12 für Kalbach-Riedberg. 
+
Einen Bikepark wie hier bei Berkersheim wünscht sich auch der Ortsbeirat 12 für Kalbach-Riedberg. 

Kalbach-Riedberg

Bikepark auf dem Riedberg gefordert

  • vonJonas Wagner
    schließen

Ein Elfjähriger kämpft für mehr Freizeitangebote im Stadtteil. Unterstützung komm vom Ortsbeirat 12.

Dass es auf dem Riedberg an Angeboten für Jugendliche fehlt, ist nichts Neues. Schon seit Jahren bemühen sich die Bewohner darum, dem älter werdenden Nachwuchs in Frankfurts jüngstem Stadtteil gerecht zu werden. Und auch der zuständige Ortsbeirat 12 setzt sich regelmäßig für die Belange der Jugendlichen ein – doch die Mühlen der Politik mahlen bekanntlich langsam.

Dabei fehlt es an Ideen nicht, die häufig von den Heranwachsenden selbst kommen. Die neueste: Ein Bikepark soll her. Das ist zumindest der Wunsch des 11-jährigen Anton. Gemeinsam mit seiner Schwester Marie und seinem Freund Alexander übergab er in der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Freitag ein mehrere Meter langes Papier an Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU). Darauf waren 439 Unterschriften abgedruckt – diese hatte Anton innerhalb weniger Wochen unter einer Ende Mai gestarteten Online-Petition sammeln können. „Wir haben keinen Raum, draußen aktiv zu sein und uns mit Freunden zu treffen“, unterstrich der 11-Jährige die Dringlichkeit. Um den Lokalpolitikern zu zeigen, was ein Bikepark ist, hatte das junge Trio sogar ein selbst gebasteltes Modell dabei. Darauf zu sehen: mehrere verschieden hohe Hügel und Erhebungen, mal weiter auseinanderliegend, mal näher zusammen. „Ein Bikepark macht keinen Lärm, ist schnell gebaut und auch schnell wieder abgebaut“, fassen die Kinder einige Vorteile zusammen.

Anton selbst hat das etwas andere Fahrradfahren zum ersten Mal im Österreichurlaub vor einigen Jahren ausprobiert, erzählt er der FR. Damals habe er an einem Downhill-Kurs teilgenommen – der Beginn seiner Leidenschaft für diese Art von Mountainbiking. „Mein Papa und ich sind dann öfter mal auf den Taunus gefahren und ab und zu nach Bad Vilbel“, berichtet Anton. Denn dort gibt es bereits Bikeparks. Diese dienten dem Riedberger auch als Inspiration für sein eigenes Projekt: „In den Osterferien war mir langweilig“, erzählt er, „und dann hatte ich die Idee, dass ich einen Bikepark bastle.“ Inzwischen sind drei weitere Versionen hinzugekommen. Damit eine davon vielleicht irgendwann Realität wird, hat sich Anton mit Hilfe seiner Mutter an den Ortsbeirat gewandt.

Ein Bikepark sei günstig und schon ab 6000 Euro umsetzbar, heißt es in einer Präsentation, welche die Familie den Ortsbeiratsmitgliedern vor einer Online-Bürgersprechstunde Ende Mai geschickt hatte. Durch die Verwendung von Erde, Lehm und Holz als Materialien sei ein Bikepark zudem einfach auf-, um- und gegebenenfalls abzubauen und füge sich überdies gut in die Natur ein. Als mögliche Standorte werden Areale in der Nähe des Kautenhofes, am A5-Lärmschutzwall oder unterhalb der Konrad-Zuse-Straße genannt. Wichtig ist Anton und seinen Freunden jedoch, dass der Bikepark, für den bereits eine Fläche von etwa 100 auf 70 Metern ausreichen würde, vom Riedberg aus gut erreichbar ist – schließlich wollen sie ihn auf eigene Faust erreichen können.

Die Reaktionen aus der Lokalpolitik sind bislang positiv. „Ich finde das eine ganz tolle Idee“, sagte etwa Thorsten Lieb (FDP) bei der ersten Projektvorstellung in der Online-Sprechstunde. Ob und vor allem wann der Bikepark kommt, ist allerdings alles andere als sicher, schließlich ist der Riedberg von Landschaftsschutzgebieten umgeben, was zumindest an einigen der vorgeschlagenen Standorte zu Problemen führen könnte.

Nichtsdestotrotz: Am Freitag verabschiedete der Ortsbeirat zwei Anträge zur Prüfung der Standorte und zur Errichtung eines Bikeparks. Die erste Hürde für Antons Projekt ist also genommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare