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Begrünung des Riedbergplatzes kommt auf den Prüfstand

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Von: Brigitte Degelmann

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Vor allem im Sommer wird es auf dem Riedbergplatz heiß, weshalb die Fläche begrünt werden soll.
Vor allem im Sommer wird es auf dem Riedbergplatz heiß, weshalb die Fläche begrünt werden soll. © peter-juelich.com

Der Ortsbeirat will erneut die Planer zur Umgestaltung des Riedbergplatzes hören. Ein Gastronom und Gastronomin hatten Bedenken wegen der vorgesehenen Bäume.

Eines betonten Tolga Caliskan und Funda Özdemir immer wieder: Sie seien nicht gegen eine Begrünung des Riedbergplatzes. Dennoch sähen sie den ersten Entwurf für die Umgestaltung der Fläche, der im November vorgestellt worden war, mit großer Sorge, sagten sie am Freitagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg). Caliskan betreibt am Riedbergplatz das Eiscafé „La Piazza“, Özdemir das Restaurant „Park Avenue“. Nun fürchten sie, dass wegen der geplanten Begrünung Plätze auf ihren Terrassen verloren gehen könnten.

Vor allem die fünf Bäume, die am Nordrand des Areals – in der Nähe ihrer Außengastronomie – gepflanzt werden sollen, beäugen sie mit Argwohn. Womöglich, fürchtet Özdemir, komme nach der Bepflanzung die Feuerwehr auf sie zu und fordere eine Verkleinerung der Freiflächen, um die Zufahrt zu gewährleisten, fürchtete sie. Genau das sei ihr vor wenigen Jahren am Eisernen Steg passiert, wo sie mit ihrem Mann das „Frankfurter Wirtshaus“ betrieben habe. Anfangs habe sie dort eine Terrasse unter alten Bäumen nutzen können. Irgendwann aber hätten sie die Auflage erhalten, einen Großteil der Fläche zu räumen, zur Sicherung der Feuerwehrzufahrt. Deshalb hätten sie das Lokal schließlich aufgegeben.

Debatte verschoben

Tolga Caliskan plagen ähnliche Ängste. „Wenn ich keine Terrasse mehr habe, mache ich keinen Umsatz“, gab er zu bedenken. Für ihn, der auf die Saison zwischen Frühjahr und Herbst angewiesen ist, eine verheerende Aussicht. „In dem Laden steckt mein Leben. Was mache ich, wenn der mir wegfällt? Wollen Sie die letzten Gastronomen am Riedberg weghaben?“ Wegen der Corona-Pandemie lägen „zwei sehr harte Jahre“ hinter ihnen.

Übereinstimmend versicherten die Mitglieder des Ortsbeirats, dass sie die Sorgen der Geschäftsleute ernst nähmen. Die Terrassen würden nicht angetastet. Das habe sich auch bei einer Begehung am vergangenen Donnerstag gezeigt. Durch die Begrünung werde es viel mehr Schatten geben, was den Riedbergplatz insgesamt attraktiver mache, meinten Sven Moulden (SPD) und Ronald Bieber (Grüne). Davon profitierten auch die Lokale.

Funda Özdemir und Tolga Caliskan befürchteten hingegen, dass Gäste wegbleiben könnten, wenn Blätter und Blüten von den Bäumen auf Tellern und in Gläsern landeten. Ihr Vorschlag: Man solle doch die strittigen fünf Bäume einfach in der Mitte des Platzes pflanzen. Das dürfte jedoch schwierig werden, hielt Nils Müller (Grüne) dagegen – schließlich sei dieser Bereich für den Wochenmarkt und die Feuerwehrzufahrt reserviert, außerdem verliefen dort Leitungen.

In einem gemeinsamen Antrag regten CDU und FDP an, an der Nordseite nicht mehr fünf, sondern nur noch drei Bäume vorzusehen und diese zudem auf die Höhe der Straßenlaternen zu verlagern. Eine solche Reduzierung lehnten die Grünen jedoch rundweg ab. Bevor es zur Abstimmung kam, meldete sich Filiz Akbas (Linke) zu Wort: Man solle doch erst einmal versuchen, direkt mit den Planern zu reden, bevor man einen solchen Antrag stelle. Der Grund: Dieser könne womöglich für eine weitere Verzögerungen bei der Umsetzung des Projekts sorgen.

Das leuchtete schließlich auch den Antragstellenden ein und sie stellten den Antrag vorläufig zurück.

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