Frühlingsexkursion

Jungforscher im Stadtwald

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Kinder sind mit dem Leiter des Frankfurter Stadtwaldhauses unterwegs. Im Grüngürteil wird wieder entdeckt und gelernt.

Mit einem langen Ast in der Hand zeigt Rainer Berg auf ein Knäuel aus schwarzen Schnüren im Wasser des großen Gartenteichs. Rund 20 Kinder drängeln sich dicht nebeneinander am Teichufer hinter dem Frankfurter Stadtwaldhaus. Gespannt hören sie dessen Leiter zu, als er erklärt, dass Frösche das Fadengeflecht nutzten, um ihre Eier darin abzulegen. Und schon stapfen die kleinen Besucher der diesjährigen Frühlingsexkursion weiter auf dem Entdeckungspfad im Frankfurter Stadtwald.

Mit Ferngläsern und Becherlupen ausgerüstet, erkunden sie dort in Begleitung ihrer Eltern das Naturtreiben zwischen Gräsern, Bäumen und Büschen. Immer wieder tun sich dabei spannende Fragen auf. „Wie wird eine Biene eigentlich zur Königin“, möchte ein Mädchen etwa wissen, als die Gruppe an der Bienenniststation des Rundgangs Halt macht. „Eine gute Frage“, findet Berg und erklärt, dass Bienenköniginnen im Larvenstadium mit einer speziellen Nahrung, dem Geleé Royale, gefüttert würden.

Die Waldwanderung am Sonntagvormittag eröffnete die aktuelle Programmreihe „Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter Grüngürtel“. Bereits zum 16.-mal organisiert die Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem Verein Umweltlernen in Frankfurt e.V. und weiteren Umweltakteuren das Bildungsangebot für junge und erwachsene Naturbegeisterte. In Zeiten des Klimawandels habe Umweltbildung einen sehr hohen Stellenwert, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Erst letzten Sommer haben wir in Frankfurt selbst erfahren, welche Konsequenzen extreme Temperaturen auf das Ökosystem Wald haben können“, so Heilig. Zum Beispiel seien Bäume erkrankt und Landwirte hätten wenig Obst ernten können. Es sei deshalb sehr erfreulich, dass Menschen ein immer größeres Interesse an Umweltthemen zeigten, so die Stadträtin.

Großes Interesse an der Natur haben am Sonntag vor allem die ganz Kleinen. „Ich finde besonders die Eichhörnchen und die Nester der Piepmätze toll“, sagt die fünfjährige Romy. Sie nimmt zusammen mit ihrer Mutter Ina Kauffmann an der Exkursion teil und ist auch sonst oft im Wald unterwegs. Mit der Froschgruppe ihres Kindergartens in Sachsenhausen mache sie oft Ausflüge in den Wald, erzählt Romy. „Besonders für Stadtkinder ist es wichtig, Zeit im Wald zu verbringen“, findet Kauffmann. Sie selbst sei auf dem Land aufgewachsen und wisse, wie wertvoll Naturerfahrungen seien.

Die Programmreihe richtet sich nicht nur an Kinder. In diesem Jahr ganz neu ins Konzept aufgenommen habe man das Sustainable Lifestyle Festival für junge Erwachsene, erzählt Barbara Clemenz von Umweltlernen in Frankfurt e.V. Im Zentrum des Musikevents im Hafenpark stehe der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, sagt Clemenz. Insgesamt wolle man mit einer großen thematischen Bandbreite das Bildungsprogramm für alle Frankfurter Bürger öffnen.

Bis Oktober werden im Rahmen von „Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter Grüngürtel“ 17 Veranstaltungen für Besucher aller Altersgruppen stattfinden. Infos unter www.umweltamt.stadt-frankfurt.de

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