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Freut sich auf die heutige Eröffnung: Gastronom Anton de Bruyn im neuen "Emma Metzler" in Frankfurt.

Museum Angewandte Kunst

Junge Küche im „Emma Metzler“

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Anton de Bruyn eröffnet sein erstes Restaurant - und das gleich im Museum Angewandte Kunst. Vom edlen, teuren Image des früheren Restaurants will der junge Inhaber wegkommen.

Es ist seine bisher größte Herausforderung. Und entsprechend aufgeregt zeigt sich Anton de Bruyn auch. Am heutigen Freitag eröffnet der 28-Jährige sein erstes eigenes Restaurant. Und gleich in sehr prominenter Lage: Ins „Emma Metzler“ im Museum Angewandte Kunst (MAK) kehrt wieder Leben ein.

Der beliebte Treffpunkt am Museumsufer war seit Ende 2015 geschlossen. Nun hat die Stadt eine sechsstellige Summe in den Umbau investiert. Aber es geht um mehr als das neue Rot der Wände und die Tische aus dunklem Ahorn. Wie schon das Museum Angewandte Kunst sich gewandelt hat, soll sich auch das „Emma Metzler“ wandeln.

Direktor Matthias Wagner K. ist es seit seinem Amtsantritt 2012 gelungen, das Haus ganz neu aufzustellen. Das vorher buchstäblich verstaubte Museum hat er baulich und inhaltlich geöffnet. Die Elemente, die bis dahin die Fenster und die Sichtachsen des von US-Architekt Richards Meier entworfenen Gebäudes verstellten, sind verschwunden. Mit Ausstellungen wie der gerade zu Ende gegangenen Schau „Unter Waffen“ oder „Yokohama 1868–1912“ mit früher japanischer Fotografie hat er ganz neue Blickwinkel eröffnet.

Das Publikum honoriert diesen Wandel: Die Besucherzahlen haben sich seit 2012 verdoppelt, auf zuletzt 136 500 im Jahr 2015. Es kommen viel mehr junge Menschen als früher.

Diese positive Veränderung soll das neue „Emma Metzler“ nun abrunden. Vom edlen, teuren Image des früheren Restaurants will der neue, junge Inhaber wegkommen. Sein Motto heißt: „Junge Bistroküche“. Das heißt: einfache Speisen zu „moderaten Preisen“. Fleisch aus artgerechter Tierhaltung im Vogelsberg kommt etwa in Form von Bratwürsten auf den Tisch, dazu gibt es „saisonale Zutaten aus der Region“. Und es werden ausgewählte, biologisch und naturnah produzierte Weine aus Europa serviert. „Ich habe Kontakt zu ausgesuchten kleinen Winzern“, sagt de Bruyn. Sie sollen ihre Weine im Restaurant vorstellen.

Der junge Gastronom will auch befreundete Köche einladen, bei ihm in der Küche zu stehen, kündigt er an. De Bruyn und Museumsdirektor Wagner K. planen „eine enge Zusammenarbeit zischen Restaurant und Museum“. Der Museumschef stellt sich das Restaurant künftig als „Ort des Diskurses“ vor, der „im Museum beginnt und im Emma Metzler fortgeführt werden kann“. Ob das Museum auch Veranstaltungen im Restaurant anbieten wird, ist noch unklar.

Das Haus offeriert nach dem Umbau 80 Sitzplätze im Inneren und 40 draußen im Freien. Die Terrasse mit Blick auf den Museumspark ist tatsächlich sehr attraktiv.

Anton de Bruyn fühlt sich gerüstet für seine „erste Selbstständigkeit“. Der junge Koch hat unter anderem im renommierten „Piment“ in Hamburg-Eppendorf mit seiner französisch-marokkanischen Küche gearbeitet, aber auch in Londoner und Wiener Restaurants.

Er hat sich mit seinem Konzept bei der Stadt beworben und am Ende eine Reihe von Mitbewerbern ausgestochen.

Die geplanten Öffnungszeiten des „Emma Metzler“ sind dienstags bis sonntags, von 12 bis 23 Uhr.

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