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Brigitte Peterka (links) und Thea Vogel macht die Arbeit mit jungen Familien viel Spaß.

Frauengesundheitszentrum

Für junge Familien

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Vor vierzig Jahren entstand der Verein aus einer feministisch geprägten Selbsthilfe-Gruppe. Längst hat sich die Einrichtung im Frankfurter Nordend etabliert.

Die Arbeit mit kleinen Kindern und jungen Eltern scheint jung zu erhalten. 70 Jahre alt ist Thea Vogel, die zu den Gründerfrauen des Frauengesundheitszentrums gehört. Im Gespräch mit der FR verrät sie in einem Zimmer der Orangerie im Günthersburgpark, in dem sich die Kuchenbleche für die Kaffeetafel stapeln, dass ihr die Arbeit noch immer viel Spaß macht. Mehrere Stunden wurde am Freitag der 40. Geburtstag des Frauengesundheitszentrums gefeiert, das aus einem Selbsthilfeprojekt der Frauenbewegung entstanden ist. Auf dem Programm standen Reden, Musikbeiträge und ein „buntes Familienfest“.

Die Angebote

Schwangerschaft und Geburt , das Leben mit dem Baby, Unterstützung bei Krisen – die Angebote des Frauengesundheitszentrums sind vielfältig und werden immer wieder an die Bedürfnisse junger Familien angepasst.

Die Geschäftsstelle in der Neuhofstraße 32 H ist telefonisch unter der 591700 oder per E-Mail zu erreichen: info@fgzn.de .

Die Gründungsphase war sehr feministisch und von dem Anspruch geprägt, die männlich dominierte Frauenheilkunde wieder weiblich werden zu lassen. Es folgte die Erkenntnis, dass die Männer nicht sich selbst überlassen werden dürfen, wenn die Familie nach der Geburt eines Kindes funktionieren soll. Dass werdende Väter bei der Geburtsvorbereitung und der Niederkunft dabei sind, war damals äußerst ungewöhnlich. Das Stillen wurde eher verhindert als gefördert, erzählen Thea Vogel und die Geschäftsführerin des Frauengesundheitszentrums, Brigitte Peterka, die mit ihren 65 Jahren auch nicht mehr die Jüngste ist.

Auch sie ist noch als eine von etwa 40 Kursleiterinnen aktiv. Das Gesundheitszentrum ist im Nordend zu einer etablierten und gut besuchten Einrichtung geworden, Vogel und Peterka bezeichnen es als eine „spezialisierte Familienbildungsstätte“, die zwar von der Stadt finanziell gefördert werde, aber auch „selber Geld verdienen“ müsse. Angebote wie die Rückbildungsgymnastik, die den Müttern beim „neuen Leben mit dem Kind“ vor allem auch mental behilflich ist, werden in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Die Wertschätzung durch die Stadt zeigt sich auch beim ersten Frankfurter Kinder- und Familienzentrum in Fechenheim-Süd, an dem das Frauengesundheitszentrum maßgeblich beteiligt ist. Dort geht es darum, gerade auch junge Eltern sozial schwacher Familien mit kostenlosen Angeboten zu erreichen. Wie auch im Gesundheitszentrum dreht sich vieles um die Themen „Füttern, schlafen, schreien“, erzählen Vogel und Peterka. Oder auch darum zu lernen, Grenzen zu setzen und die Partnerschaft zu pflegen. Diese sogenannte sozialräumliche Arbeit möchte das Zentrum mit Unterstützung des Jugendamtes gern ausbauen.

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