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Jugendverkehrsschule soll umziehen

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Von: Florian Leclerc

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Kinder aus Frankfurt machen seit Jahrzehnten ihren Fahrradpass an der Jugendverkehrsschule am Grüneburgpark. Die Stadt möchte die Verkehrsschule verlagern.

Die Klasse 4c der Engelbert-Humperdinck-Schule lernt am Dienstagmorgen in der Jugendverkehrschule am Grüneburgpark sicheres Fahrradfahren. Auf dem Übungsgelände fährt Polizeioberkommissar Frank ter Horst voraus. Zehn Kinder mit Helmen und Leibchen tuckern hinterher. „Zum Rechtsabbiegen den rechten Arm ausstrecken, dann die Hand wieder zurück an die Lenkerstange“, ruft Frank ter Horst. Zehn Hände schnellen heraus und zurück.

Lange wird es den Verkehrsgarten an der Siesmayerstraße nicht mehr geben. „Die Verkehrsschule soll verlagert werden“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Das Areal werde „anderweitig genutzt“. Eine „abschließende Planung“, wohin der Verkehrsgarten umziehen soll oder wann, gebe es nicht, sagt er. Dem Vernehmen nach wurden Standorte in betracht gezogen. Über „Zwischenprüfungsergebnisse“ will Gellert nicht sprechen.

In der Zwischenzeit investiert die Stadt kaum noch etwas in das Areal. Die Übungsstraße beult sich, wo Bäume wurzeln. Das Dach des Holzbaus von 1958 sei „an manchen Stellen undicht“, sagt der Polizeioberkommissar Willi Duplois. Bei „starkem Regen“ tropfe es ins Klassenzimmer und die Toiletten hinein. Die Markierungslinien auf der Übungs-Straße seien neu, ebenso das Graffito das die Künstlerin Nicole Wächtler mit Humperdinck-Schülern an der Außenwand angebracht hat. Seitdem wurde das Gebäude nicht mehr getaggt.

„Uns hat die Stadt noch keine Ausweichstandorte genannt“, sagt Hauptkommissar Thomas Gohla, der die Verkehrserziehung der Frankfurter Polizei leitet. In diesem Schuljahr würden rund 1200 Dritt- und Viertklässer aus Schulen der umliegenden Stadtteile im Verkehrgarten ausgebildet. Sie übten die Vorfahrsregeln, lernten die Schilder, machten einen Test; dann bekämen sie den Fahrradpass.

Mit Transportern fährt die Polizei zudem an weitere Grundschulen und lehrt auf Schulhöfen sicheres Radfahren. Zum Hintergrund: Von den 200 Kindern, die 2016 in Frankfurt bei Unfällen verletzt worden sind, waren 54 mit dem Rad unterwegs. Kommissar Gohla sagt, er wäre gerne „frühzeitig“ in die Planung für den neuen Standort einbezogen. Das Quartier müsse mindestens so groß sein wie das jetzige Gelände – 3000 Quadratmeter –, im Stadtgebiet liegen und gut mit dem Nahverkehr erreichbar sein. Künftig soll es aussehen wie im öffentlichen Straßenraum; derzeit ist die Übungsstraße schmaler. Um reale Situationen zu üben, sollten dort auch Lastwagen, Busse oder eine Tram fahren können. Als Standort schlägt er die frühere Galopprennbahn vor. Neben der DFB-Akademie könne er sich ein „Verkehrssicherheitszentrum“ vorstellen.

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