Finanzielles

Jugendhäuser bleiben zu

  • schließen

Die Einrichtungen schließen aus Kostengründen an einem Tag im Monat.

Erstmals seit ihrem Alarmruf nach höheren Zuschüssen haben mehr als ein Dutzend Jugendeinrichtungen von freien Trägern der Kinder- und Jugendarbeit am Donnerstag geschlossen gehabt. Auch in den nächsten Monaten werde an mindestens einem Tag im Monat die Arbeit ausgesetzt.

Sébastien Daudin vom Frankfurter Jugendring sprach auf Nachfrage von circa 40 Einrichtungen, die nicht geöffnet hatten. „Den Kindern und Eltern wurde im Vorfeld Bescheid gesagt“, sagte Daudin. Es habe gemischte Reaktionen gegeben. Die Eltern seien gezwungen gewesen sich umzuorganisieren. „Das kostet die Eltern Zeit und Energie.“ Trotzdem habe es auch viel Verständnis für den Schritt der Jugendeinrichtungen gegeben.

Aus den Gesprächen mit den Eltern sei die Idee entstanden, dass auch sie in die Proteste miteinsteigen sollten. Die Auswirkungen der Schließungen träfen letztlich auch sie.

Die freien Träger fordern fast zwei Millionen Euro mehr an Zuschüssen für ihre Arbeit. Die Mehrkosten der durch Tarifverhandlung gestiegenen Löhne blieben an ihnen hängen, viele Einrichtungen klagen darüber, dass sie die Kosten nicht mehr tragen könnten. Eine Reduzierung der Öffnungszeiten und dadurch der Personalkosten sei nun eine Möglichkeit Geld zu sparen. „Die Kinder müssen es ausbaden“, sagte Daudin.

Eigentlich wollten die freien Träger den „Tag der geschlossenen Tür“ dafür nutzen, um vor dem Römer zu protestieren. Die Veranstaltung wurde aber kurzfristig abgesagt, da man keine Genehmigung erhalten habe. Die nächste Kundgebung ist für den 27. Juni geplant.

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