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Jugendhaus in Frankfurt (Symbolbild).

Geldmangel

Jugendeinrichtungen schlagen Alarm

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Geldmangel: Der Betrieb der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt soll teils eingestellt werden.

Die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt sind am Limit. „Wir haben eine erhebliche Unterdeckung des Personalbedarfs“, sagt Miriam Walter, Geschäftsführerin des evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit. Sie meint damit nicht nur ihren Träger, sondern alle freien Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die städtischen Zuschüsse reichen bereits seit Jahren nicht mehr aus, um die Kosten zu decken. Sollte nicht bald eine Erhöhung der Mittel erfolgen, werden die freien Träger ihre Angebote zum großen Teil einstellen.

Etwa 18 Millionen umfasse der Zuschussetat aktuell, wobei die Summe nicht komplett an die freien Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit geht, sondern auch der Erziehungsberatung, Jugendhilfe und weiteren Angeboten von Trägern zugute kommt. 1,96 Millionen Euro mehr fordern die freien Träger, und dem hat der Jugendhilfeausschuss im August des vergangenen Jahres auch schon zugestimmt.

Doch im Haushalt, der demnächst verabschiedet werden soll, ist die Summe nicht aufgeführt. Stattdessen hat die Römerkoalition beantragt, den Bedarf für 2020 und 2021 nochmals genau zu prüfen. Das bringt die Vertreter des Jugendrings und der freien Träger in Rage. „Wir wissen doch, dass es den Bedarf gibt“, sagt Beate Lang, Referatsleiterin Jugend und Beratung beim Caritasverband bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der freien Träger. „Seit Jahren gibt es keine Entscheidung, wir werden hingehalten“, ergänzt Miriam Walter.

Es gehe auch nicht um den zukünftigen Bedarf, sondern um Beträge rückwirkend bis 2015. Seit dem Jahr 2016 gab es nämlich keine Erhöhung des Zuschusses mehr. Seit Jahren sei man an der Grenze, um das Personal überhaupt noch bezahlen zu können – und es herrsche eben Personalmangel. Mehr als 20 Stellen fehlen allein, um das Wachstum der Stadtbevölkerung seit 2015 auszugleichen. „Die Mittel müssen jetzt fließen“, sagt Panagiotis Triantafillidis, stellvertretender Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt. Die Personalkosten einer Vollzeitstelle seien durch Tarifanpassungen seit 2014 um fast 7800 Euro gestiegen – einen Ausgleich gab es nie. Von 135 Einrichtungen betrifft das 117, die von freien Trägern betrieben werden. Die 18 in städtischer Trägerschaft hätten ausreichend Mittel für die Kostendeckung zur Verfügung.

Wenn am 28. Februar keine Steigerung der Zuschüsse durch die Stadtverordneten beschlossen würde, so die freien Träger, werde man die Angebote notgedrungen zurückschrauben. Die Öffnungszeiten würden dann beispielsweise kürzer und Angebote wie Mädchentreff und Hausaufgabenbetreuung wohl eingestellt.

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