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The kids are alright: Schülerinnen und Schüler gestern bei ihrem Protest für mehr Klimaschutz.

Protest

Jugend in Frankfurt für den Klimaschutz

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Fast 500 Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an der Aktion „Fridays for Future“. Sie fordern die Politik auf, ihre Zukunft zu retten.

Als die junge Frau ins Mikrofon ruft, dass man jetzt nicht aufhören, sondern weiter protestieren werde, da ist der Jubel groß. Fast 500 Jugendliche stehen in diesem Moment auf der Taunusanlage, in Sichtweite der Alten Oper. Sie klatschen und pfeifen. „Wir werden so lange streiken, bis die Politik handelt“, heizt die Rednerin ihnen weiter ein. „Wir streiken, weil wir ein Recht auf Zukunft haben, auf unsere Zukunft!“ Begeisterte Zustimmung. Und dann tönt es aus Hunderten jungen Kehlen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“

Es ist eine bunte, motivierte und vor allem ungewöhnlich junge Demonstration, die am Freitagvormittag durch die Frankfurter Innenstadt zieht. Fast 500 Studierende, Schülerinnen und Schüler sind dem fünften Aufruf der Bewegung „Fridays for Future“ gefolgt, der Vorlesung und dem Schulunterricht fern zu bleiben und stattdessen für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Die Jugendlichen haben Schilder und Transparente mitgebracht, auf denen Sprüche wie „Blaumachen für grüne Wälder“, oder „Opa, wo lag Venedig?“ zu lesen sind. Immer wieder hält der Demozug kurz an. Dann springen alle in die Luft und singen „Wer nicht hüpft der ist für Kohle!“

„Ich finde es wichtig, dass wir etwas tun“, sagt Rebecka. Die 17-jährige Berufsschülerin ist mit zwei Freundinnen zu der Demonstration gekommen, die morgens an der Bockenheimer Warte beginnt und sich am Ende am Römerberg auflöst. „Die Politik tut nichts, und es ist unsere Zukunft.“ Man müsse das Klima schützen und möglichst auf Plastik verzichten, findet Rebecka. Eigentlich müsse sie jetzt in der Schule sitzen, gibt die 17-Jährige zu. Ärger mit ihren Lehrern erwarte sie aber nicht. „Die finden es gut, dass wir uns engagieren.“

Klimaziele einhalten

Daniel und Jonas sind sich da nicht ganz so sicher. Die beiden 18-jährigen Gymnasiasten aus Freigericht sollten jetzt ebenfalls im Klassenzimmer sitzen. Er werde seinen Lehrern ehrlich sagen, dass er demonstrieren war, sagt Daniel. Wie die reagieren würden, das werde er dann sehen. In jedem Fall müsse das Klima stärker geschützt werden. Wenn der Staat erneuerbare Energien und innovative Unternehmen gezielter fördern würde, sei das auch kein Problem, glaubt Daniel. „Wenn man die richtigen Akzente setzt, kann das auch funktionieren.“ Jonas sagt, die Bundesregierung müsse sich an ihre Klimaschutzziele halten und mit gutem Beispiel für andere Staaten vorangehen. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass man insgesamt viel zu spät ins Handeln kommt.“

Diese Gefahr sieht auch die 17-jährige Rosina. Gerade habe die Kohlekommission den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 beschlossen, sagt sie. „Das ist ziemlich weit weg, da könnte ich selbst schon Mutter sein.“ Auch die Landwirtschaft müsste stärker auf Ökologie und Nachhaltigkeit umgestellt werden, findet die Gymnasiastin – und neben den Unternehmen müssten auch die Verbraucher ihre Verantwortung wahrnehmen.

Dann zieht die Demo weiter. Ein Junge hält ein Schild hoch, auf das Dinosaurier gemalt sind. Daneben steht: „Wir dachten auch, dass wir noch Zeit hätten.“

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